Entdecke die Heldin oder den Helden in Dir!

Montag, 26. Oktober 2009

Unterwegs im Erdbebengebiet in West-Sumatra

23.10.09: Wie leben betroffene Menschen in ländlichen Gebieten mit den Folgen des Bebens drei Wochen danach? Was sind ihre dringendsten Bedürfnisse?

Mit diesen brennenden Fragen im Gepäck reiste ich heute Freitag zusammen mit zwei Freiwilligen des Indonesischen Roten Kreuzes (PMI) den Distrikt Agam, eines der nördlichsten Gebiete, die vom Erdbeben in West-Sumatra vom 30. September betroffen sind.

In den Dörfern Alahan Siriah und Balai Badak, wo um die 2000 Menschen wohnen, können rund 200 Familien nicht mehr in ihren Häusern wohnen – oder sollten nicht! Einige haben Holzstützen herbeigetragen, um die Hausstruktur zumindest vorübergehend vor dem totalen Einsturz zu bewahren.



Eine andere Familie hat schon begonnen hinter der stark beschädigten Haus eine vorübergehende Behausung zu bauen. Sie wollen dazu Holz verwenden, das sie aus den Trümmern sammelten.



Die bisherige Bauweise in dieser Gegend ist teilweise alles andere als erdbebensicher. Ohne Eckpfeiler hält eine Mauer bei einem Beben wie diesem (7.9 RS) nicht.



Und falls in den für die Stabilität wichtigen Pfeilern Eisen verarbeitet wurde, dann ohne genügende Verankerung mit dem anschliessenden Stück:



Erfreulich hingegen: die Kinder gehen wieder zur Schule, wenn auch vorübergehend in einem Zelt, welches die indonesische Regierung bis in diese entlegene Gegend geschickt hat:



In Alahan Siriah ist seit einer Woche wieder Leitungswasser verfügbar – genügend um ein bisschen damit zu spielen.



In Balai Badak hingegen haben mehrere Erdrutsche das Wasserkanalsystem beschädigt. Riesige Steine und Mengen von Schlamm müssen erst beseitigt werden, bis das Quellwasser wieder direkt die Häuser im Dorf versorgt.



Die Leute, mit denen wir gesprochen haben, brauchen nun bald eine einfache aber sichere Bleibe während der Reis-Erntezeit und danach für die Regenzeit, damit sie nicht unter Zeitdruck mit derselben Bauweise die Häuser wiederaufbauen, die am 30. September eingestürzt sind.

Risch Tratschin, für das SRK in Indonesien

Siehe auch: Das SRK in Indonesien

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen