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Montag, 17. Mai 2010

Bangladesch: Unterwegs nach Rajshahi

Wie in meinem letzten Blogpost angekündigt, bin ich also von Dakka nach Rajshahi gereist, wo ich die meiste Zeit verbringen werde. Ich muss sagen, es war ein aufregende Reise durch wunderschöne Landschaften. Aber auch auf Autounfälle stiessen wir und auf Polizeikontrollen.



Unser Fahrer Sukur, der seit vielen Jahren für das Schweizerische Rote Kreuz arbeitet, wurde auf halbem Weg nach Rajshahi plötzlich gestoppt. Der Grund: überhöhte Geschwindigkeit. Sukur konnte es kaum glauben. War er wirklich mehr als die erlaubten 80 Stundenkilometer gefahren? Noch nie in seiner langen Karriere beim SRK war er wegen zu schnellen Fahrens gebüsst worden!

Dies löste im Auto eine angeregte Diskussion aus zwischen Afred (dem Programmkoordinator), Helmut (dem SRK-Delegierten) und mir über Sinn und Unsinn von Geschwindigkeitskontrollen, solange niemand den teils katastrophalen Zustand der Fahrzeuge oder das oft verantwortungslose Fahrverhalten kontrolliert...

Später kamen wir auf unsere Arbeit zu sprechen. Alex erklärte mir mit leiser Ironie, in Bangladesch gebe es zwei Kriterien, um ein Programm umzusetzen: Entweder etwas ist „dringend, aber nicht wichtig“, oder es ist „wichtig, aber nicht dringend.“ Nun, ich war etwas verwirrt und schlug vor, man könnte neue Begriffe schaffen, wie: dringliche Wichtigkeit oder wichtige Dringlichkeit…

Während der Fahrt sahen wir ausreichend Beispiele für dringenden und wichtigen Handlungsbedarf, wie das Foto der Mutter mit dem kranken Kind am Strassenrand zeigt, oder jenes mit der Abfallentsorgung.





Übrigens: Um seine Busse zu begleichen musste sich Sukur acht Stunden lang mit der Bürokratie herumschlagen. Schliesslich musste 500 Thaka bezahlen - rund sechs Schweizer Franken.

Cobie Visscher, Gesundheitsdelegierte SRK
Das SRK in Bangladesch

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