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Montag, 17. Mai 2010

‚Schweizerkinder‘ – Ein Wiedersehen nach über 50 Jahren

Von 1946 bis 1956 wurden über 181’000 europäische Kinder kriegsverwüsteter Länder für einen Aufenthalt von drei Monaten in die Schweiz eingeladen. Noch heute unterstützt der Suchdienst SRK ehemalige «Kriegskinder» und ihre Gastfamilien dabei, sich wieder zu finden oder Informationen über den damaligen Aufenthalt zu erhalten.

Für ein Wiedersehen nach über 50 Jahren sind einige ‚Schweizerkinder' zur Sonderausstellung ‚Kinderzüge in die Schweiz‘ im Dunant-Museum Heiden angereist. Nicole Windlin, Leiterin Suchdienst SRK, erzählt von ihrem Treffen mit ihnen.


Ich war ein wenig aufgeregt, als ich in Richtung Dunant-Museum ging. Während 2 Jahren hatte ich regelmässig Kontakt mit den Schweizerkindern aus Österreich, Deutschland und Frankreich, um ihre Gastfamilien in der Schweiz zu suchen. Und nun sollte ich sie endlich mal live treffen. Diese Kinder, welche damals nach dem Krieg, unterernährt, während 3 Monaten ein Heim bei einer Schweizer Familie fanden. Der Aufenthalt hat die ehemaligen Kinder stark geprägt und motiviert, heute, über 50 Jahre später, mit Bussen und in Gruppen nach Heiden für die Eröffnung der Sonderausstellung zu kommen.



Schon von weitem ist der Österreicher Klub der Schweizer Kinder mit roten Hüten zu erkennen. Stolz tragen sie Duplikate der damaligen Erkennungskarten um den Hals und wandern in der Ausstellung über die Kinderzüge umher. Vor der Abreise posieren sie dann noch für ein Erinnerungsfoto und ich darf mit drauf.

Am selben Tag fand auch ein Wiedersehen statt zwischen Tante Hedy und Guido, einem jungen Mann aus dem Appenzell. Tante Hedy war damals bei der Urgrossmutter von Guido zu Gast. Hedy hält noch heute den Kontakt mit der Familie aufrecht und erinnert sich an genaue Details von damals.



Auch Guido hat das Wiedersehen beeindruckt, er erzählt in der Appenzeller Zeitung über sein Erlebnis.

Nach den vielen wunderbaren Zusammentreffen und angeregten Gesprächen und Fragen, machte ich mich mit dem Zug auf de Heimweg. Aber ich war nicht alleine. Wie damals die Kinder nach dem Krieg wurde auch ich von der damaligen Kinderhilfeverantwortlichen begleitet, von der über 80-jährigen Elsi Aellig. Während der Zugfahrt erzählte mir Frau Aellig von damals, als wäre es gestern gewesen. Im Nu kamen wir in Bern an und gingen zufrieden und bereichert nach Hause.



Erfahre mehr zur Sonderausstellung ‚Kinderzüge in die Schweiz‘ im Dunant- Museum in Heiden. Die Sonderausstellung läuft vom 23.4. – 15.11.2010.

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