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Donnerstag, 3. Juni 2010

Bangladesch: „No problem“ in Rajshahi

Zwei Wochen habe ich in Rajshahi verbracht und dabei Einiges erfahren. Vor allem, dass ich punkto Kommunikation noch viel lernen muss. Bei meiner Einführung ins Dascoh-Team habe ich nämlich diverse Informationen verpasst, nur weil ich die Körpersprache falsch interpretierte...

Aber zuerst will ich noch rasch erklären, wer Dascoh ist und was ich damit zu tun haben. Mit finanzieller und fachlicher Unterstützung des SRK verbessert Dascoh (Development Association for Self-reliance, Communication and Health) die gesundheitliche Grundversorgung in Rajshahi. Das Programm umfasst 480 Dörfer in 9 Bezirken und 2 Gemeinden mit einer Gesamtbevölkerung von 368‘443 Menschen. Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung der Menschen, die in absoluter Armut leben, nachhaltig zu verbessern.

Dazu unterstützt und stärkt Dascoh auf vielfältige Weise die lokalen Kliniken und die Dorfgemeinschaften – alles von unten, von der Basis aus. Meine Rolle dabei ist es, das Dascoh-Team zu beraten und zu unterstützen.

Nun aber zurück zur Kommunikation, mit der ich mich manchmal etwas schwer tue. In Bangladesch machen die Leute häufig eine kleine, rasche Kopfbewegung nach rechts, was soviel bedeutet wie „ja“ oder „gut, wir fangen an“. Aber das wusste ich am Anfang nicht.

Denn in meiner Kultur (Niederlande) hat die gleiche Kopfbewegung eine komplett andere Bedeutung: “Du gefällst mir, kommst du mit?“ Als ich das erste Mal mit dem Dascoh-Team meine Arbeit besprach, interpretierte ich den Kopfschwenker nicht als „ja“, oder „richtig“. Weil niemand etwas sagte, hatte ich jeweils das Gefühl, man habe mich nicht verstanden. Folglich wiederholte ich meine Fragen - und immer wieder folgte dieser Kopfschwenker….


Das Dascoh-Team in Rajshahi – deutlich zu erkennen die schräge Kopfhaltung.

Weil die Bangladeshi sehr höflich sind, lächelten sie jeweils freundlich – obwohl sie sich sicher wunderten, weshalb ich immer wieder die gleichen Fragen stellte. Auch wenn Probleme auftauchen bleiben sie beim Lächeln und sagen: „No problem.“ Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis ich durchschaue, was hinter dieser freundlichen Kulisse die wirklichen Probleme der Menschen sind.


Der Sicherheitsmann vor dem Dascoh-Gebäude.

Cobie Visscher, Gesundheitsdelegierte SRK in Bangladesch
Das SRK in Bangladesch

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