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Mittwoch, 25. August 2010

Pakistan: Hilfe und Selbsthilfe in Charsadda

Der SRK-Logistiker Thomas Büeler berichtet von der Nothilfe in Pakistan:

Heute haben wir in Charsadda, einem Dorf nahe von Peshawar Lebensmittel verteilt. Es war eindrücklich, wie diszipliniert die Aktion vonstatten ging. Die Menschen standen geduldig an bis sie an der Reihe waren. Sie erhielten verschiedene Esswaren wie Reis, Mehl, Öl oder Datteln. Ein Paket reicht bei einer siebenköpfigen Familie für einen Monat. Man konnte gut sehen, wie dankbar sie für diese Unterstützung sind.


Dass die Menschen Hilfe brauchen, ist offensichtlich. Viele Häuser sind zerstört. Zwar ist das Wasser mittlerweile abgezogen, doch die Schäden sind enorm. Vor allem ärmere Familien mit einfachen Wohnhäusern haben alles verloren - auch ihre Lebensmittelvorräte. Sie wurden vom Wasser weggeschwemmt, genau wie die Ernten auf den Feldern. Deshalb ist es so wichtig, dass wir jetzt mit Esswaren vor Ort sind.

Die Verteilung wurde vom Pakistanischen Roten Halbmond organisiert. Der lokale Koordinator, Jusuf Mohammed hat mir die Listen gezeigt, die erhoben wurden, damit wirklich jene Hilfe erhalten, die es am nötigsten haben. Weil er selber im Dorf lebt, kennt er die Verhältnisse. Für uns wäre es viel schwieriger gewesen, die richtigen Familien auszuwählen.

Hier sieht man mich im Gespräch mit Jusuf Mohammed.


Wer wie ich die Gegend vor der Katastrophe nicht kannte, sieht das Ausmass der Schäden nicht immer auf den ersten Blick. Auf der Fahrt nach Peshawar hat unser Fahrer erschüttert festgestellt, dass er das Gebiet kaum wieder erkenne: „Ganze Dörfer sind weg“, sagte er. Manche wurden von der Kraft des Wassers mitgerissen. In flacheren Gebieten ging einfach alles kaputt. Vor allem die Lehmhäuser: In stehendem Wasser lösen sie sich auf wie Zucker im Tee.

Auch viele Brücken wurden weggerissen und die Menschen müssen improvisieren, um die Flüsse zu überqueren.


Ohnehin fällt auf, dass sie sehr aktiv sind. Sie versuchen mit einfachen Mitteln, ihre Häuser zu flicken. Die Bevölkerung hier ist es gewöhnt, mit widrigen Umständen zu kämpfen. Wir dürfen sie nicht im Stich lassen.



Thomas Büeler, SRK-Logistiker in Pakistan

AKTUELL: Pakistan: SRK verteilt Lebensmittel für 150'000 Menschen

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