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Montag, 20. September 2010

Als Vietnam-Delegierter zum ersten Mal in der Schweiz

Es ist ein regnerischer Morgen, als ich ganz aufgeregt und zum ersten Mal im Leben Schweizer Boden betrete. Als Vertreter des Schweizerischen Roten Kreuzes in meinem Heimatland Vietnam bin ich zu einem Treffen der SRK-Delegierten eingeladen. Alles wirkt so neu und ungewohnt: die modernen und gut erhaltenen Gebäude, aber auch die bequemen und pünktlichen Züge und Trams. Die herrliche Landschaft mit den grünen Hügeln jedoch entspricht ganz den Kalenderbildern. Die Aare mit ihren wirbelnden Wellen erinnert mich an das Lied der Blauen Donau.

Die Begegnung mit den über 50 Kolleginnen und Kollegen des Roten Kreuzes, die aus aller Welt in Schwarzenburg zusammengekommen sind, ist eine bereichernde Erfahrung. Der Workshop ist mit Schweizer Präzision organisiert! Für mich beginnt der Tag wie bei mir zu Hause in Hanoi bereits am frühen Morgen. Von 5 – 7 Uhr widme ich mich ganz dem Aikido und Wingchun, was dem Chinesischen Kung Fu entspricht. Einen veritablen Höhepunkt bildete die Fahrt auf den Niesen nicht zur deshalb, weil dessen Gipfel auf über 2‘300 Meter Höhe ü.M. liegt, sondern weil ich dabei auch zum ersten Mal Schnee sah und berührte. Und wie schön waren die Klänge des Schweizer Vuvuzuelas, welche Anita Tobler ihrem Alphorn entlockte.

Als ich nach fünf Tagen ausgiebiger Schweizer Kost im Zentrum Schwarzenburg für das Wochenende nach Bern fuhr, gab es nur einen Gedanken: endlich wieder eine gute Portion Reis wie in meiner Heimat. Mit meinem Kollegen aus Laos kauften wir am Bahnhof ein Kilo Reis. Dafür zahlten wir drei Mal mehr als in Vietnam. Wir bereiteten das Nachtessen im Hotelzimmer zu, und morgens um 3 Uhr kochte ich nochmals Reis für das Frühstück. Danach ging es gestärkt zur Bundesterrasse für mein Aikido-Training an der frischen Morgenluft.


Nguyen Phu Son
SRK-Delegierter in Vietnam

Das SRK in Vietnam

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