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Montag, 11. Oktober 2010

Nepal: Endlich wieder sehend

Beatrix Spring, Leiterin Marketing Internationale Zusammenarbeit, war dabei, als in einer kaum zugänglichen Region in Nepal ein mobiles Augencamp durchgeführt wurde.

Das achtköpfige Eye-Camp-Team rekognoszierte sofort nach der Ankunft in Dolpa die staubigen Räume, in welchen die provisorischen Behandlungsräume eingerichtet werden sollten. Ziel war, eine logische Ablaufstruktur für den Behandlungsablauf der wartenden Patienten einzurichten.

Zwei Mitarbeiter suchten mit Kübeln Wasser und beträufelten damit den Boden, um den Staub zu binden. Der Augenarzt teilte die Räume zu und die Desinfektion und das Auskleiden des Operationsraumes mit Plastik begann. Einmal mehr bewies sich das eingespielte Team: Administrations-, Untersuchungs-, und Operationsmaterial wurden in Windeseile aus den Kisten gepackt und logisch zugeteilt.

Da es im Spital weder ein funktionierendes Plumpsklo noch Wasser gab, war Innovation gefragt. Ebenso fehlte ein Raum und eine Bleibe für die Patienten und Begleiter. Doch irgendwie liess sich alles in den nächsten Tagen organisieren, teils mit lauten Stimmen und teils mit stillem Handeln. Alles war auf ein Ziel ausgerichtet: Patienten zu behandeln und Augenlicht zu schenken.

Da wartete ein Familienvater mit seiner blinden Frau und seinem am Bein behinderten Bruder. Der Bruder war auf einem Auge blind. Die kleine Familie kam zusammen mit ihrem Buben, sie waren 8 Tage und Nächte zu Fuss unterwegs aus dem oberen Dolpo. Durch Regen, Sonne und Wind - eine unvorstellbare Leistung – bergauf und bergab. Andere Patienten waren 3, 4 Tagen unterwegs und andere nur ein paar Stunden, doch alle warteten auf eine Untersuchung, ob blind oder einfach augenkrank.


Die Patienten und ihre Begleiter lagerten im Freien. Einige waren 8 Tage zu Fuss unterwegs für die Anreise ins Augencamp.

Am 24.9. wurden die ersten Patienten operiert. 25 Augen an einem Tag. Das Team war zufrieden. Es gab keine medizinischen Komplikationen. Auch unser Kameramann konnte gute Bilder einfangen. Zudem kam der Regen erst abends und in der Nacht, was vieles vereinfachte.

Nach vielen Gesprächen und tiefen Eindrücken wurde das Camp vier Tage später wieder zusammengepackt. Die schweren Kisten mussten von Trägern zum kleinen Flugplatz Jufal auf 2‘700m getragen werden. Das Campteam und wir vom Filmteam marschierten kurz vor dem Einnachten eilig ebenfalls zum Flughafen hoch , wo wir hofften, am nächsten Morgen mit dem Propellerflugzeug zurück ins Terai fliegen zu können. Ohne Zahnbürste und Waschlappen übernachteten wir dort irgendwie und hatten am nächsten Tag Wetterglück. Wir konnten um 10 Uhr abfliegen.

Glücklich
300 Personen wurden kontrolliert und behandelt. 70 Operationen vorgenommen. 70 Augen konnten wieder sehen. Wir haben genug Material für einen eindrücklichen Film und neues Fotomaterial.

Im Januar wird der Film auf DVD zu sehen sein.


70 Menschen wurden operiert und erhielten ihr Augenlicht zurück. Für sie begann danach ein neues Leben.

Fotos vom Augencamp


Beatrix Spring, SRK

Das SRK in Nepal

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