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Montag, 6. Dezember 2010

Aidskrank in Togo - den Mut nicht verlieren

Bericht einer HIV-positiven Frau

Mein Name ist Nadège, ich bin 46-jährig und lebe in Sotouboua, einem kleinen Dorf in Togo. Seit vier Jahren weiss ich, dass ich HIV-positiv bin. Meine Familie hatte es schon vorher vermutet, da ich oft krank war. Schliesslich ging ich ins Spital und machte den Aids-Test. Das Resultat war niederschmetternd. Als klar war, dass ich HIV-positiv bin, habe ich die meisten Freunde verloren auch meine Familie ging auf Distanz. Ich war isoliert, fühlte mich einsam und verlor wegen meiner Krankheit das Einkommen.

Schliesslich traf ich eine alte Bekannte, die mir erzählte, dass sie vom Roten Kreuz Unterstützung erhalte. Sie riet mir, mich auch dort zu melden. Das war ein sehr guter Entscheid. Die Rotkreuz-Schwester erklärte mir alles über die Krankheit und die Therapiemöglichkeiten. Als ich zur Untersuchung wieder ins Spital musste, zahlte das Rote Kreuz den Transport und einen Teil der Untersuchungen. Jetzt bin ich unter Therapie und es geht mir sehr viel besser.

Vor zwei Jahren habe ich mich zudem einer Selbsthilfegruppe angeschlossen. Wir treffen uns regelmässig und davon profitiere ich sehr. Ich habe gemerkt, dass es vielen ganz ähnlich ergeht wie mir. Wenn es einem von uns schlecht geht, unterstützen ihn die andern, damit er den Mut nicht verliert. Wir gehen auch in Dörfer und erklären den Menschen, wie sie sich vor Aids schützen können. Das gibt meinem Leben einen Sinn.

Von mir gibt es keine Fotos – hier ist eines von einer Rotkreuz-Freiwilligen, die hier in Togo Aids-Auklärung leistet.



Auch materiell hat sich meine Lage verbessert. Unsere Gruppe betreibt einen Gemeinschaftsgarten. Davon können wir uns ernähren und auf dem Markt ein wenig Geld verdienen. Wenn jemand krank ist, versorgen die andern Gruppenmitgliedern ihn mit Nahrung. Am Anfang unterstützte uns das Rote Kreuz mit Saatgut. Aber mittlerweile sind wir selbsttragend.

Es ist gut, dass es Selbsthilfegruppen gibt. Nur so traut man sich, offen über Aids zu reden. Und nur wenn man darüber redet, kann die Krankheit bekämpft werden.

Das SRK in Togo

SRK-Engagement gegen HIV/Aids

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