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Donnerstag, 23. Dezember 2010

„Ich bin gespannt, was mich in Haiti erwartet“

Die vierfache Mutter Sabine Hediger reist kurz nach Weihnachten nach Haiti, um für das SRK im Cholera-Zeltspital in Grand-Goâve Patienten zu pflegen. Für die Krankenschwester und Hebamme ist es ihr erster Ausland-Einsatz.

Ich bin froh, dass ich Weihnachten noch zuhause verbringen kann. Für die Kinder ist es schon etwas ungewöhnlich, dass ich weg gehe, um andern zu helfen. Unser Jüngster ist erst sechs, der Älteste 13 Jahre alt. Für die Zeit meiner Abwesenheit habe ich wie in der Adventszeit einen Kalender vorbereitet. Jeden Tag können die Kinder ein kleines Päckchen auspacken. Wenn alle geöffnet sind, komme ich zurück. So wird die Dauer meiner Abwesenheit für sie etwas fassbarer.

Damit ich weg kann, braucht es einiges an Organisation. Neben meinem Mann hilft auch meine Schwester, meine Freundin und Leute aus unserer Nachbarschaft. Zum Glücke gibt es in unserer Gemeinde seit kurzem ein ausserschulisches Betreuungsprogramm. So sind die Kinder tagsüber gut begleitet.

Ich bin sehr gespannt, was mich in Haiti erwartet. Schon als Teenager hatte ich den Wunsch, einmal im Ausland zu arbeiten. Doch zuerst kam das Studium, dann die Gründung der Familie.

Als ich im Rahmen meines Engagements beim Rotkreuzdienst vor ein paar Jahren einen Vortrag über die Nothilfe-Teams des Roten Kreuzes hörte, wusste ich: Das ist die Gelegenheit. Die Einsätze dauern drei bis vier Wochen, ungefähr so lange, wie ich meine Familie allein lassen kann. Vor einem Jahr bewarb ich mich für die Aufnahme in den Nothilfe-Pool des SRK. Letzten Herbst besuchte ich einen zehntägigen Kurs, wo wir auf die Einsätze in Katastrophengebieten vorbereitet wurden.

Dass ich nicht als Hebamme, sondern als Pflegefachfrau in Haiti gebraucht werde, ist für mich kein Problem. Ich habe vor der Ausbildung zur Hebamme mehrere Jahre als Pflegefachfrau gearbeitet. Froh bin ich, dass der Auftrag in der Cholera-Klinik klar ist. Es geht darum, durch Flüssigkeitsgabe und Pflege der Patienten, Leben zu retten.

Sorgen bereitet mir eher die Sicherheitslage. Ich werde bestimmt alles tun, um unnötige Risiken zu vermeiden. Das bin ich auch meiner Familie schuldig.

>>Spenden für die Cholera-Bekämpfung in Haiti

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