Donnerstag, 30. September 2010

Nepal: Nichts ist unmöglich

Beatrix Spring, Leiterin Marketing Internationale Zusammenarbeit, berichtet aus Nepal von den Herausforderungen, im Himalaya einen Film über ein mobiles Augencamp des Roten Kreuzes zu drehen.

Die Wettergötter waren uns lange nicht gnädig. Auch wenn sich die Wolken manchmal etwas verzogen, wäre eine Landung des Kleinflugzeuges auf der kurzen, glitschigen Piste in Dunai lebensgefährlich gewesen.

Die Zeit drängte jedoch: Die Gesundheitshelfenden in den Gemeinden in Dolpa hatten das Augencamp angekündigt. Blinde und Augenkranke, die tagelange Fussmärsche auf sich nehmen mussten, waren schon lange unterwegs. Und das Rotkreuz-Team wartete im Flughafen von Nepalgunj auf besseres Wetter!

Die Lösung war ein Helikopter. Wir entschieden uns für zwei Flüge mit einem Heli, der die elf Personen und das nötige medizinische Material sowie das Filmmaterial nach Dolpa transportierte.


Ankunft in Dolpa

Am Morgen des 22. Septembers flogen wir durch Wolken, Nebel und Sonnenschein nach Dunai. Ein Erlebnis der besonderen Art. Nach der Ankunft bauten sofort alle gemeinsam das Camp im einfachen Gemeindespital auf. Desinfektion, Sterilisation und Putzen war das Wichtigste. Das Rotkreuzteam unseres Delegierten Kamal Baral funktionierte tadellos. Alle arbeiten geschickt ineinander. Die ersten Patienten suchten auch schon einen passenden Ort, um zu lagern.

Im Dorf Dunai gab es wegen einem Vorfall für Tage keine Elektrizität. Gut, dass wir einen starken Generator dabei hatten, der das Augencamp und unsere Kamera versorgte.

Kurz vor Sonnenuntergang um 18.30 bezogen wir unsere Bleibe. Sie war natürlich bei weitem nicht zu vergleichen mit unserem Komfort in der Schweiz, aber wir waren alle glücklich, endlich zum Kern unserer Arbeit vorgedrungen zu sein. Vor allem mussten die Patienten nicht enttäuscht werden. Der Augenarzt und das Team waren da und konnten am nächsten Tag mit den Augenkontrollen und den Operationen beginnen.


Der Augenarzt Dr. Dhangel (li) und der Assistent Ram KC (re) mit Beatrix Spring in Dolpa


Beatrix Spring, SRK

Das SRK in Nepal

Donnerstag, 23. September 2010

"Making Of" der Infokampagne des SRK, Teil 13": Follow Up Workshop des CRC

Heute wurden wir vom Kambodschanischen Roten Kreuz an einen Workshop für Rot-Kreuz-Freiwillige eingeladen. Nach mehreren Begrüssungsansprachen verteilt Max Oser 1. Hilfe-Sets an die Freiwilligen.

Montag, 20. September 2010

Nepal – Bitte an die Wettergötter

Beatrix Spring, Leiterin Marketing Internationale Zusammenarbeit SRK, berichtet aus Nepal von ihren Projektbesuchen.

Die Hauptstadt Kathmandu hat sich bei unserer Ankunft vor ein paar Tagen im Monsunkleid gezeigt. Das blieb auch bei unserer Ankunft im Südwesten des Landes in Nepalgunj so.

Hier im Rotkreuzoffice bereiten die Mitarbeiter des Nepalesischen Roten Kreuzes, das vom SRK unterstützt wird, ein Augencamp im Dolpo-Gebirge (Himalaya) vor. Sie und wir drei vom Filmteam warten geduldig auf einen Flug nach Dunai. Wir wollen dort die harten Lebensumstände der Bevölkerung filmen und aufzeigen, wie wichtig die Rotkreuzarbeit des SRK am Beispiel der Hilfe gegen die Armutsblindheit ist.


Die Filmequipe beim Verladen des Materials für ein mobiles Augencamp in Dolpa.

Heute Morgen konnten wir die Verladung des medizinischen Materials auf ein Rotkreuzauto filmen. Unzählige Sachen braucht es für ein mobiles Augencamp. Jede Kiste wiegt 50 Kilo und es ist viel umfangreicher als ich es mir denken konnte. All das braucht auch Platz in dem kleinen Flugzeug.

Da noch viele andere Personen seit Tagen nach Dunai fliegen wollen, gibt es eine lange Warteliste. Wir können nur stündlich hoffen, dass sich der Himmel endlich auftut und sich auch die Winde im Gebirge beruhigen, damit endlich 1-2 Flugzeuge starten können.

Noch gilt die Devise - abwarten, schwitzen und zu den Göttern sprechen.

Namaste - Beatrix Spring, SRK


Das SRK in Nepal

Als Vietnam-Delegierter zum ersten Mal in der Schweiz

Es ist ein regnerischer Morgen, als ich ganz aufgeregt und zum ersten Mal im Leben Schweizer Boden betrete. Als Vertreter des Schweizerischen Roten Kreuzes in meinem Heimatland Vietnam bin ich zu einem Treffen der SRK-Delegierten eingeladen. Alles wirkt so neu und ungewohnt: die modernen und gut erhaltenen Gebäude, aber auch die bequemen und pünktlichen Züge und Trams. Die herrliche Landschaft mit den grünen Hügeln jedoch entspricht ganz den Kalenderbildern. Die Aare mit ihren wirbelnden Wellen erinnert mich an das Lied der Blauen Donau.

Die Begegnung mit den über 50 Kolleginnen und Kollegen des Roten Kreuzes, die aus aller Welt in Schwarzenburg zusammengekommen sind, ist eine bereichernde Erfahrung. Der Workshop ist mit Schweizer Präzision organisiert! Für mich beginnt der Tag wie bei mir zu Hause in Hanoi bereits am frühen Morgen. Von 5 – 7 Uhr widme ich mich ganz dem Aikido und Wingchun, was dem Chinesischen Kung Fu entspricht. Einen veritablen Höhepunkt bildete die Fahrt auf den Niesen nicht zur deshalb, weil dessen Gipfel auf über 2‘300 Meter Höhe ü.M. liegt, sondern weil ich dabei auch zum ersten Mal Schnee sah und berührte. Und wie schön waren die Klänge des Schweizer Vuvuzuelas, welche Anita Tobler ihrem Alphorn entlockte.

Als ich nach fünf Tagen ausgiebiger Schweizer Kost im Zentrum Schwarzenburg für das Wochenende nach Bern fuhr, gab es nur einen Gedanken: endlich wieder eine gute Portion Reis wie in meiner Heimat. Mit meinem Kollegen aus Laos kauften wir am Bahnhof ein Kilo Reis. Dafür zahlten wir drei Mal mehr als in Vietnam. Wir bereiteten das Nachtessen im Hotelzimmer zu, und morgens um 3 Uhr kochte ich nochmals Reis für das Frühstück. Danach ging es gestärkt zur Bundesterrasse für mein Aikido-Training an der frischen Morgenluft.


Nguyen Phu Son
SRK-Delegierter in Vietnam

Das SRK in Vietnam

Freitag, 3. September 2010

Internationale Gäste bei den Samaritern in Schwarzenburg

Das Ausbildungszentrum in Schwarzenburg, in welchem 30 SRK-Delegierte aus aller Welt die ganze Woche gemeinsam verbringen, liegt in einer wunderbaren Landschaft. Die grünen Hügel und der Wald sind eine grosse Wohltat und Augenweide. Nach dem Verkehrslärm in meiner bosnischen Heimatstadt Tuzla ist das Erwachen am Morgen in dieser grossen Stille ein ganz ungewohntes Gefühl. Nicht einmal die Glocken der so berühmten Schweizer Kühe sind zu hören! Aber wir sind nicht zum Ausruhen hierher gereist, sondern zum Arbeiten. Dabei werden wir mit üppigem Essen verwöhnt – zum Glück für die Waage dauert es nur sechs Tage...

Ein besonderes Erlebnis war der Dienstagabend, als uns der Samariterverein von Schwarzenburg an seine Übung einlud und der Gemeindepräsident beim anschliessenden Apéro seine schöne und sozial intakte Gemeinde Schwarzenburg vorstellte. Die lokalen Samariterinnen und Samariter trotzten der Kälte und demonstrierten, wie sie bei Unfällen Erste Hilfe leisten.




Beim 1.-Hilfe-Training

Für mich war es die Gelegenheit, meine vor einigen Jahren im Erste Hilfe-Kurs in Bosnien erworbenen Kenntnisse aufzufrischen. Wir durften auch die Geräte benutzen, wobei uns die Defibrillatoren für den Eingriff bei Herzrhythmus-Störungen besonders beeindruckten. Die Samariterinnen und Samariter in meinem Land können vorläufig nur träumen von einer so perfekten medizinischen Ausrüstung.

Übersetzt aus dem Englischen

Das SRK in Bosnien und Herzegowina


Die SRK-Delegierte Mihela Hinic aus Bosnien

Mittwoch, 1. September 2010

Die kleine UNO in Schwarzenburg

Das erste internationale SRK-Delegiertentreffen. Anne-Catherine Bickel, SRK-Delegierte aus El Salvador berichtet.

Seit Montag, 30. August, sind 30 SRK-Delegierte in der Nähe des bernischen Schwarzenburg zu einem Seminar zusammengekommen. Sie sind aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa angereist. Während der ganzen Woche werden wir unsere unterschiedlichen Erfahrungen in der Gesundheitsarbeit vergleichen und eine gemeinsame Strategie der Zukunft festlegen.

Ich bin aus dem zentralamerikanischen El Salvador angereist und treffe nun das erste Mal Kolleginnen und Kollegen aus so fernen Ländern wie Ghana, Nepal und Vietnam. Etwas ganz wichtiges, das wir in unserer Arbeit gemeinsam haben, konnten wir bereits feststellen: In unseren Einsatzländern spielen die lokalen Rotkreuz-Freiwilligen eine zentral Rolle. Sei dies bei Katastrophenhilfe oder im langfristigen Aufbau der Gesundheitsdienste.

Ich bin sicher, dass diese vielfältige Woche in Schwarzenburg uns allen neuen Mut und neue Erkenntnisse für unser Rotkreuz-Engagement gibt.

Übersetzt aus dem Spanischen

Das SRK in El Salvador


Die SRK-Delegierte Anne-Catherine Bickel aus El Salvador