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Dienstag, 1. Februar 2011

„Nehmen Sie auch Daueraufträge an?“

„Entwicklungszusammenarbeit von A bis Z“: Im Rahmen der der Samstagsuniversität der Volkshochschule Bern erzählten zwei SRK-Mitarbeiter am 29. Januar 2011 im Foyer des Berner Stadttheaters von ihrer Arbeit.

„Hart, sehr hart“ lautet das Fazit der Schülerin Laura nach dem Film des SRK zur Armutsblindheit in Ghana. Beeindruckt ist Laura vom Schicksal zweier blinder Mädchen im Norden Ghanas, die nach einer Augenoperation erstmals in ihrem Leben sehen – und ein Lächeln wagen. „Nur wenige Kilometer abseits der Verbindungsstrassen leben die Menschen wie im Mittelalter“, erzählt Beatrix Spring, die das Projekt „Altgold für Augenlicht“ mitbegründet hat. Das Trinkwasser kommt aus einem grünlichen Tümpel, gegessen wird zerstampftes Pflanzenmus. Mangelernährung, schlechte Hygiene und wiederholte Bindehautentzündungen lassen bereits Kinder erblinden. Und wer nichts mehr sieht, hat keine Chance mehr. „Deshalb ist es so wichtig, gegen die Armutsblindheit etwas zu unternehmen“. Rechnet man die Kosten des SRK-Projektes aus, kommt eine Augenoperation auf rund 50 Franken. Die Argumente von Beatrix Spring berühren und überzeugen eine Dame im Saal vollends: „Nehmen Sie Spenden auch als Dauerauftrag an?“


Augenkontrolle in Ghana, ©SRK, TextBildWerkStatt, Hilde Eberhard, Uznach

„Und was kostet eine Brille in Togo?“ will ein älterer Herr vom Projektverantwortlichen für Ghana, Togo und Mali, Josef Kasper wissen. „Fünf Franken, dank der Tatsache, dass viele Optiker alte Gestelle oder Werkzeug spenden.“ Hunderte von Freiwilligen testen die Sehkraft von Gross und Klein in ihren Dörfern. Wer nicht genug sieht, bekommt eine Brille. „Das Misstrauen ist manchmal gross“, erzählt Josef Kasper, “kaum jemand weiss, was eine Brille ist. Doch wenn die Menschen wieder sehen und arbeiten können, geht es ihnen viel besser.“


Sehtest in Togo ©SRK, Josef Kasper

Basisgesundheit ist ein wichtiger Schwerpunkt des SRK. Gemeinsam mit lokalen Organisationen und tausenden von Freiwilligen trägt das SRK in Togo zur Gesundheitsförderung bei. Josef Kasper erzählt: „Manchmal braucht es nur ganz wenig, ein Menschenleben zu retten. Ein simples Moskitonetz für sechs Franken schützt Mutter und Kind vor der Ansteckung mit Malaria. Und eine Lösung aus sauberem Trinkwasser, einem Löffel Salz, einem Löffel Zucker können einem an Durchfall erkrankten Kleinkind das Leben retten.“ Nach dem Abschluss des Vortrages hat eine Besucherin noch einen Wunsch an das SRK: „Sie müssen noch viel mehr darüber informieren, was Sie mit Ihrer Arbeit alles erreichen.“

>>Helfen Sie gegen Armutsblindheit

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