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Mittwoch, 16. Februar 2011

Swasiland: „Es ist wichtig, die Jugendlichen zu ermuntern“

Msibi Mcebo, ein Rotkreuz-Freiwilliger in Swasiland, erzählte Katharina Schindler vom SRK, wie er zum Aids-Aufklärer wurde.



"Mein Name ist Msibi Mcebo, ich bin 24 Jahre alt und lebe in Swasiland. Ich bin der Jüngste von sechs Geschwistern. Als ich fünf Jahre alt war, starb mein Vater. Er war Minenarbeiter in Südafrika und hatte sich dort vermutlich mit Aids angsteckt. Bei uns im südlichen Afrika ist diese Krankheit leider weit verbreitet.

Wenig später wurde auch meine Mutter krank. Sie konnte sich zeitweise kaum mehr um uns kümmern. Als ich 12-jährig war gab ich die Schule auf, um sie zu pflegen. Ein Jahr später, im Oktober 2000 starb auch sie. Ich war am Boden zerstört. Sie war mein Ein und Alles.

Eine Zeitlang lebte ich dann bei meiner Grossmutter und meinem Onkel. Doch er war aggressiv und hat mich geschlagen. Auch konnte ich nicht mehr zur Schule gehen, weil niemand die Gebühren bezahlte. Ich lief weg und ging von Hof zu Hof, auf der Suche nach Arbeit auf dem Feld und einem Bett zum Schlafen. Manchmal fand ich für eine Weile etwas, dann wieder nicht. So ging es mehrere Jahre.

Durch eine Familie bei der ich unterkam erfuhr ich schliesslich, dass das Rote Kreuz Aids-Waisen unterstützt. Ich ging in die Klinik und erzählte meine Geschichte. Dann ging alles sehr schnell. Zwei Tage später erfuhr ich, dass das Rote Kreuz meine Schulbeiträge und die Uniform bezahlen würde. Ich war überglücklich. Solange ich in der Sekundarschule war erhielt ich zudem Nahrungsmittelpakete, damit ich genügend zu essen hatte und niemandem zur Last fiel. Ich war so dankbar und habe mich in der Schule sehr angestrengt. Ich konnte sogar eine Klasse überspringen.

Heute studiere ich Wirtschaft, nächstes Jahr werde ich meinen Bachelor machen. In der Freizeit engagiere ich mich als Freiwilliger für das Rote Kreuz. Ich kläre Jugendliche über die Gefahren von Aids auf und über die Möglichkeiten, sich zu schützen und Hilfe zu suchen. Es ist wichtig, die Jugendlichen zu ermuntern, viele haben Schlimmes erlebt. Mein Motto laut: Jeden Tag bevor die Sonne untergeht, sollst du etwas Gutes tun."

>>Das SRK in Swasiland

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