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Dienstag, 19. April 2011

Togo: Mit Rhythmen und Bewegung gegen Aids

Blaise Sedoh, ehemaliger Jugendkoordinator des Togolesischen Roten Kreuzes weilte anfangs April für einige Tage in der Schweiz. Für den SRK-Blog berichtet er über die Jugendarbeit in Togo.


Ich engagierte mich während fast zehn Jahren freiwillig als Jugendkoordinator beim Togolesischen Roten Kreuz. Seit ein paar Jahren arbeite ich im HIV und Aids- Programm, für welches wir seit rund 20 Jahren eine Partnerschaft mit dem SRK haben. Aber auch bei diesem Programm versuchen wir vor allem die Jugendlichen anzusprechen. Die Prävention muss bei der jungen Generation beginnen – schliesslich ist sie unsere Zukunft aber auch unsere Gegenwart!

Club 25 – ein vielseitiges Engagement

Eines unser Jugendprojekte sind die Club 25. Jugendliche verpflichten sich bis zu ihrem 25. Lebensjahr mindestens 25-mal Blut zu spenden. Dieses Projekt verfolgt aber viele weitere Ziele, als „nur“ Blutspenden zu gewinnen. Denn, wenn jemand bereit ist sein Blut zu spenden, achtet er/sie auf einen gesünderen Lebensstil. Tabak und Alkohol werden nur mässig konsumiert. Die Jugendlichen verhalten sich beim Geschlechtsverkehr verantwortungsvoller.

Das Rote Kreuz als Schulfach

Haben Sie gewusst, dass 80% der Togolesischen Freiwilligen Kinder und Jugendliche sind? Fast alle Schülerinnen und Schüler kennen das Rote Kreuz. Bei uns nehmen nämlich die Schülerinnen und Schüler an einem halben Tag pro Woche an einer sozio-kulturellen Aktivität in einem Schulclub teil. Das Rote Kreuz bietet solche Schulclubs an. Dort lernen die Kinder und Jugendlichen das Handwerk der Ersten Hilfe oder werden zum Beispiel über eine bessere Hygiene aufgeklärt.

Mit Rhythmen und Bewegung geht die Botschaft in den Körper


Das Rote Kreuz von Togo vermittelt den Kinder und Jugendlichen die Themen auf eine ganz spezielle Art: immer mit einem kulturellen Aspekt. Wir spielen mit ihnen Theater und üben Rollenspiele. Auch stehen in unseren Jugendzentren, den so genannten „Centres Convivaux d’écoute de Jeunesse“, immer Trommeln und Djembes zur Verfügung. Wir haben so schon manche Talente entdeckt und gefördert. Die Botschaften bleiben dank den Rhythmen und den Bewegungen besser hängen.

Einmal im Jahr findet zudem unser internationales „Festival de Théâtre pour la Santé“ statt. Verschiedene Gruppen spielen Theaterstücke zu einem vorher bestimmten Gesundheitsthema, wie z.B. Malaria oder Aids. Für dieses Festival haben wir sogar von der togolesischen Regierung den 1. Preis für Kulturförderung gewonnen!

Die vermeintliche „Rotkreuz- Sekte“
2009 feierten wir unser 50-jähriges Jubiläum. Viele togolesische Medien berichteten über unser Jubiläum. Ein besonders gefitzter Journalist stellte plötzlich die Frage, ob das Togolesische Rote Kreuz eine Sekte sei. Irgendwas muss doch komisch sein, dass sich so viele Jugendliche fürs Rote Kreuz engagieren, obwohl sie keinen direkten Lohn bekommen. Aber ich als Sektenguru? Niemals! Vielmehr haben unsere Kinder und Jugendliche erkannt, wie toll soziales Engagement ist. So lautet unser Motivationsruf: „Jeunesse de la Croix-Rouge – Prête à servir » ! Wir stehen gerne im Dienst der Menschlichkeit.





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