Entdecke die Heldin oder den Helden in Dir!

Freitag, 24. Juni 2011

Altdorf: Heisshunger auf einen Arbeitsplatz

Das Restaurant Fomaz in Altdorf (UR) ist auf den ersten Blick ein ganz normaler Gastronomiebetrieb. Ein zweiter Blick hinter die Kulissen zeigt aber, dass viel mehr dahinter steckt: Im "Fomaz" werden die Weichen für die Zukunft von pro Jahr sechs jungen, anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Asylbewerbenden gestellt, indem sie im Schulrestaurant einen Ausbildungsplatz bekommen.  

Das Restautrant Fomaz lädt mit warmen Rottönen zum Verweilen ein

Der Empfang im "Fomaz" ist mit seinem in Orange- und Rottönen gehaltenen Interieur warm und mit dem freundlichen Personal herzlich. Man merkt, dass viel Liebe zum Detail in der Einrichtung steckt und viel Wert auf gute Umgangsformen des Personals gelegt wird. Mitarbeitende des Schweizerischen Roten Kreuzes haben das sanierungsbedürftige Lokal im letzten Jahr gemeinsam mit anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Asylbewerbern in harter Handarbeit in eine ansprechende Gaststätte umgewandelt.

Sogar die Tische sind im "Fomaz" selbst gemacht 

Beim Umbau ist im ersten Stock auch ein Saal entstanden. Bei schönem Wetter kann der Besucher sein Mittagessen ausserdem auf der sonnigen Terrasse im zweiten Stock geniessen.
Das "Fomaz" ist aber mehr als nur ein frisch umgebautes Restaurant: Hier bekommen junge Menschen neue Zukunftsperspektiven. Das "Fomaz" ist ein Integrationsprojekt des SRK und bietet pro Jahr sechs anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Asylbewerbenden Ausbildungsplätze in der Gastronomie an.

Abdisalam Ibrahim aus Somalia ist für sauberes Geschirr zuständig

Die Praktikanten werden in vier Bereichen geschult und sammeln im Laufe eines Jahres im Service, am Buffet/Office und in der Küche praktische Erfahrungen. Sie haben vorher noch nie in der Gastronomie gearbeitet und brigen keinerlei Vorwissen mit. Es kann daher vorkommen, dass besonders in hektischen Situationen nicht immer alles rund läuft im Ausbildungsbetrieb. Plötzlich verschwindet das Brot vom Tisch, bevor der Salat serviert wurde oder das Wasserglas wird so nahe an die Tischkante gestellt, dass es um ein Haar umkippt und dem Gast in den Schoss fällt. Diese Missgeschicke nimmt den Lernenden aber niemand übel. Im Gegenteil: Die ehrlichen Bestrebungen der Praktikanten, das Handwerk von Grund auf zu erlernen, kommen sympathisch beim Besucher an. Das Essen ist ausgewogen und schmeckt vorzüglich - kurz: Man fühlt sich hier wohl als Gast.

Mohamed Abdulam aus Somalia wird im Küchendienst in die Geheimnisse
der guten Zubereitung von Speisen eingeführt

Geleitet wird das Fomaz-Team von einem erfahrenen Koch. Dieser stellt den Menüplan zusammen und bildet gemeinsam mit zwei Betriebsassistentinnen die Praktikanten aus.
Im "Fomaz" stehen täglich vier Mittagsmenüs zur Auswahl, eines davon immer vegetarisch. Der Name "Fomaz" kommt übrigens aus dem rätoromanischen Sprachgebrauch und bedeutet "Heisshunger". Dieser Ausdruck steht stellvertretend für die Lust auf Neues und auf Herausforderungen der Praktikanten, aber auch für das Speiseangebot im Lokal.

Abas Mohamed aus Somalia wird in die Kunst des korrekten Services eingeführt 

Abas Mohamed hat seit einem halben Jahr einen Ausbildungsplatz im "Fomaz". Seit er hier sei, gehe es ihm viel besser als vorher, sagt er. Er habe jetzt Hoffnung auf einen Arbeitsplatz und eine gute Zukunft und negative Gedanken seien keine mehr da, obwohl die Arbeit stressig und hart sei.  

Am Nachmittag steht der Theorieteil auf dem Stundenplan der Praktikanten

Mit dem Praxisteil ist es in der Ausbildung im Fomaz aber noch nicht gemacht. Jeden Nachmittag büffeln die Praktikanten Theorie, um nach der einjährigen Ausbildung gut auf einen möglichen Einsatz in der Arbeitswelt vorbereitet zu sein. Mit dem Arbeitszeugnis, das die Auszubildenden nach dem vielseitigen Praktikum mit auf den Weg bekommen, stehen die Chancen für eine Anstellung in der Gastronomiebranche gut.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen