Entdecke die Heldin oder den Helden in Dir!

Dienstag, 19. Juli 2011

Pakistan vor dem nächsten Monsun

Eindrücke von Karl Schuler, Informationsverantwortlicher Internationale Zusammenarbeit des SRK. Er weilt zurzeit in Pakistan und besucht die Gebiete, die letzten Sommer von den schweren Überschwemmungen betroffen waren.

Noch ist es trocken im südlichen Pakistan. Die 50 Grad Hitze schneidet uns den Atem ab. Wir beneiden die Wasserbüffel, die sich in den Flüssen und Kanälen tummeln. Die graue Ebene wid immer wieder von grünen Farbtupfern der neu angepflanzten Reisfelder unterbrochen. Der breite Indus, der das Land vom Norden bis zum Süden durchfliesst, wirkt gezähmt.

Spuren der Flutkatastrophe
Auf die Spuren der Flutkatastrophe, die vor fast einem Jahr grosse Teile des Landes heimsuchte, stossen wir drastisch bei der Ankunft im Dorf Mono Chandio. Die Einwohner haben sich auf dem Grundstück ihrer ganz oder teilweise zerstörten Häuser niedergelassen. Aufgespannte Decken und Planen bieten ihnen etwas Schutz vor der brennenden Sonne. Das Wasser hat sich hier und in weiteren Gebieten des Bezirkes Dadu bis im Februar auf grossen Flächen gestaut.

Die im August letzen Jahres geflüchteten Einwohner konnten erst nach einem halben Jahr wieder in ihre Dörfer zurückkehren.

700 neue Wohnhäuser
Nur wenige Wochen vor dem naechsten Monsun gleicht das ganze Dorf einer Baustelle. Unter der Leitung des SRK-Baufachmannes Thomas Schulz heben die Männer mit Pickel und Schaufel den Aushub für das Fundament ihrer künftigen zweiräumigen Häuser. In Mono Chandio und seinen beiden Nachbardörfern werden vom Schweizerischen Roten Kreuz insgesamt 700 Wohnhäuser gebaut.


Kleinbauer Abdulla arbeitet an seinem neuen Wohnhaus

Mit Sorge blicken nicht nur die Menschen von Mono Chandio, sondern sämtlicher am Indus gelegenen Dörfer und Städte der bevölkerungsreichen Provinzen Sindh und Punjab dem im August erwarteten Monsun entgegen. Laut Schätzung der UNO sind höchstens zwei Drittel der letztes Jahr zerstörten Schutzdämme repariert worden. Der Kleinbauer Abdulla, den wir bei der Arbeit auf der Baustelle seines neuen Wohnhauses unterbrechen, meint dazu: "Die Monsunregen setzen jedes Jahr etwas später ein. Ohne sie wuerde unser Reis und Weizen ja nicht wachsen. Aber wir hoffen, dass der Indus trotz der noch nicht ueberall gefestigten Dämme in seinem Bett bleibt und wir vor einer neuen Katastrophe verschont bleiben."

Fluch oder Segen? Ohne den Monsun-Regen würde der Weizen und Reis nicht wachsen.

Die Meteorologen wagen keine Prognose. Sie weisen aber darauf hin, dass die Flutkatastrophe von 2010 vor allem durch die ausserordentlichen Niederschlaege im Himalayagebiet verursacht wurde. Die Wassermassen wälzten sich dann vom Norden in den Süden. Somit richten sich in den näechsten Tagen und Wochen die Augen aller auf die Wetterverhältnisse in den nördlichen Bergen. Es ist auch jene Region, wo sich die Armee und Gruppen des bewaffneten Djihads einen erbarmungslosen Kampf liefern...

>> zum SRK-Engagement in Pakistan

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen