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Dienstag, 13. September 2011

Ich bin Fan vom Roten Kreuz: So entstanden die TV-Spots

Die Fan-Kampagne des SRK findet viel Beachtung. Produziert wurde sie unter anderem in Haiti. Improvisieren war gefragt.

Es ist drückend heiss in Palmiste-à-Vin. 37 Grad am Schatten. Caspar Martig und Anja Elvers, die für das SRK die Aufnahmen zur „Ich bin Fan vom Roten Kreuz“-Kampagne machen, schleppen über einen schmalen Pfad das Material herbei: Kamera, Stativ, Reflektoren, Laptop.

Drehort ist ein improvisiertes Studio unter freiem Himmel, an der Rückseite eines der Häuser, die das SRK in dem haitianischen Bergdorf nach dem Erdbeben gebaut hat.

Hier werden die Aufnahmen gemacht.

Cherlyne Abélus wartet schon. Ihre Familie hat beim Erdbeben vom Januar 2010 das Zuhause verloren. Ihr kleiner Sohn geriet unter die Trümmer und brach sich ein Bein. Doch jetzt ist er wieder wohlauf. Seit einem halben Jahr schon wohnt die Familie in einem der insgesamt 600 Häuser, die das SRK in Palmiste-à-Vin baut.

Die junge Frau hat sich als Model zur Verfügung gestellt – natürlich unbezahlt: „Das mache ich gerne. Ich habe vom SRK Hilfe in grosser Not bekommen. Wenn ich jetzt etwas fürs Rote Kreuz tun kann, macht mich das glücklich“, sagt Cherlyne.

Jetzt wird das „Studio“ eingerichtet. Improvisieren ist gefragt. Die Lichtverhältnisse sind schwierig. Mit grossen Klammern befestigen wir den Reflektor am Wellblechdach. Ein Backstein hilft, das Stativ zu erhöhen. Von der Familie, die gleich nebenan wohnt, erhalten wir einen Stuhl.


Anja macht sich ans Schminken: Ein rotes Kreuz auf weissem Grund malt sie Cherlyne auf die Wange. Eine gute Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Anja stellt Fragen, macht Scherze, bringt Cherlyne zum Lachen. Das lockert auf.


Unterdessen hat Caspar die Kamera eingestellt. Alles ist bereit, Film ab. Für die TV-Spots sagt Cherlyne auf Kreolisch den Satz, den sie vorbereitet hat: „Ich bin Fan vom Roten Kreuz, dank ihm habe ich wieder ein Dach über dem Kopf.“


So locker sie vorher war: jetzt ist sie nervös. Es gelingt ihr nicht auf Anhieb, entspannt zu lächeln. Erschwert wird das Ganze durch die nahe Strasse, die unerwartet verkehrsreich ist. Immer wieder rauscht während der Aufnahmen ein Lastwagen vorbei. Es wird laut gehupt, dann muss man abbrechen, neu anfangen.

Doch zuletzt, nach acht oder neun Versuchen, ist alles im Kasten. Wunderbar. Am Nachmittag werden Caspar und Anja weitere Aufnahmen machen. Aber sie suchen einen neuen Standort, weiter weg von der Strasse.


Katharina Schindler, SRK
Das SRK in Haiti

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