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Mittwoch, 12. Oktober 2011

Statt Herbstferien Cholera-Einsatz in Tschad

Sabine Hediger verbringt drei Wochen im zentralafrikanischen Tschad, wo im September die Cholera ausgebrochen ist. Dort ist die SRK-Hebamme auch als Dolmetscherin gefragt.


Der Zufall wollte es, dass die Anfrage des SRK bei Sabine Hediger für den Einsatz in Tschad zu jenem Zeitpunkt eintraf, als für ihre vier schulpflichtigen Kinder Herbstferien angesagt waren. Deshalb konnte sie ihnen und ihrem Mann im luzernischen Oberkirch besser zumuten, während drei Wochen alleine auszukommen. Im Umgang mit einer Choleraepidemie hat die Hebamme Erfahrung, denn bereits Anfang dieses Jahres wirkte sie für einige Wochen in der SRK-Choleraklinik in Haiti.

Sabine Hediger vor dem Zeltlager in Mongo

Während sie in Haiti die Cholerakranken pflegte, sieht ihr Arbeitsalltag in der Region Mongo in Tschad etwas anders aus, wie uns die Hebamme am Telefon schildert: „In dem vom Roten Kreuz eingerichteten Feldspital in der Stadt Mongo gibt es genügend tschadisches Pflegepersonal. Ich konzentriere mich auf die Aufklärung und Ausbildung, um dadurch eine langfristige Wirkung zu erreichen“, sagt Sabine Hediger.

Beim Desinfizieren

Bereits haben 30 Freiwillige „ihren“ Kurs über Hygiene besucht, und sie freut sich über die Motivation der Leute. „Unter den Freiwilligen hat es viele Lehrer, die nun ihr Wissen an die Menschen in den Quartieren und in den Schulen weitergeben. Sie demonstrieren beispielsweise bei Hausbesuchen, wie wichtig es ist, die Hände regelmässig zu waschen oder die Latrinen besser zu reinigen“.

Pflege eines cholerakranken Kindes

Die letzten Tage ihres Einsatzes wird sie in der Kleinstadt Bitkin verbringen, wo die Cholerafälle zugenommen haben und wo das Rote Kreuz ein Zelt als Krankenstation einrichtet.
Sabine Hediger ist vielseitig. So reichen die Fremdsprachenkenntnisse der Deutschschweizerin weit genug, um ihrer australischen Kollegin, die kein Französisch spricht, auch noch als Übersetzerin vom Französisch ins Englische zu dienen.

Bei einem cholerakranken Kind

Text: Karl Schuler, SRK; Fotos: International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies/Julie GarlenqDas Ausland-Engagement des SRK

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