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Montag, 30. April 2012

Pflege: Eine Arbeit, die Sinn macht.

Christine Kopp ist Leiterin des Departementes Gesundheit und Integration beim Schweizerischen Roten Kreuz. An der Diplomfeier des Bildungszentrums Pflege in Bern durfte sie den den frischgebackenen Berufsleuten gratulieren.










Über diese Einladung habe ich mich sehr gefreut. Es ist schön, bei der Diplomierung von motivierten Pflegefachpersonen dabei sein zu dürfen. Wobei ich bei meiner Rede im Berner Bildungszentrum nebst Glück- noch weitere Wünsche anbrachte:
  • der Branche treu zu bleiben, denn sie ist auf jede Arbeitskraft angewiesen; 
  • auf Qualität zu achten, denn im Stress kann einiges schiefgehen; 
  • sich permanent weiterzubilden, denn die Herausforderungen nehmen stetig zu. 
Zu diesen Herausforderungen zähle ich auch die „transkultureller Kompetenz“. Für meinen Hinweis, dass das SRK ein eLearning-Tool zum Thema anbiete, erntete ich ein paar Lacher und Gemurmel. Wer will schon nach zweieinhalb Jahren des mühevollen Lernens und einer strengen Prüfung etwas von eLearning hören...?



Der Pflegenotstand hingegen, verbunden mit internationalem „brain drain“, lässt niemanden kalt. Zur Illustration des tagtäglichen Knowhow-Verlusts zitierte ich FMH-Präsident Jacques de Haller: “In Birmingham arbeiten mehr Personen im Gesundheitswesen aus Malawi, als in ganz Malawi.“ Übrigens: Das SRK sieht als eine der wenigen Institutionen beide Seiten – die Abwanderung des qualifizierten Personals im Herkunftsland, die Ausbildung, Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Registrierung von Schweizerischen Diplomen in Gesundheitsberufen hierzulande.



Die Rede habe ich auch gerne gehalten, weil ich einen persönlichen Bezug zur Pflege habe: Ich arbeitete vier Jahre am Inselspital in der HIV-Sprechstunde und habe dort erlebt, wie Aids zuerst Todesurteil, dann behandelbare Krankheit war. Und wie wichtig es ist, Betroffene mit schlimmen Diagnosen kompetent zu begleiten.



Deshalb wählte ich an diesem Feiertag auch besinnliche Töne: „Als Pflegende stehen Sie täglich vor der Herausforderung, modernste Medizin mit Menschlichkeit zu verbinden. Sie begleiten Menschen in Angst, Hilflosigkeit und Hoffnung, und Sie tun dies Tag und Nacht, an Wochenenden und an Feiertagen. Sie haben einen schwierigen Beruf gewählt, aber einen, bei dem der Sinn Ihrer Arbeit offenkundig ist.“

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