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Donnerstag, 31. Mai 2012

Hilfspflegepersonal: Einstieg in die Computerwelt


Ohne Computer geht fast gar nichts, ohne Kenntnisse im Umgang damit noch weniger. Heute wird auch vom Hilfspflegepersonal Mithilfe bei der Führung der elektronischen Pflegedokumentation verlangt. Wer die dazu nötigen Computerkenntnisse nicht hat, kann diese in einem Spezialkurs nachholen - dank der Unterstützung von upc cablecom. Anne-Rose Barth, SRK Verantwortliche für den Bereich Pflegehehelfer/-innen, berichtet aus dem ersten Kurs.








Samstag, 5. Mai, 08.00 Uhr. Eines der Informatikzimmer der Klubschule Migros in Bern füllt sich mit zwölf Pflegehelferinnen. Sie wagen sich erstmals an einen Computer oder sie möchten ihre noch mageren Kenntnisse vertiefen. Der Kursleiter versucht Berührungsängste abzubauen und hat dazu einen alten Computer  mitgebracht.

Die Pflegehelferinnen sind froh um die Chance, Anwenderkenntnisse zu gewinnen. Viele Heime und Organisationen verlangen heute, dass auch das Hilfspflegepersonal bei Einträgen in die elektronische Pflegedokumentation mit hilft. Der Kurs ist dank der finanziellen Unterstützung der upc cablecom zustande gekommen. Das ist wichtig, denn die Budgets der Pflegehelfer/-innen sind knapp bemessen.



"Bei uns wird heute alles noch von Hand geschrieben" erzählt mir eine Kursteilnehmerin. Aber das Pflegeheim, in dem ich arbeite, wird bald die ganze Papierflut in den Computer verbannen. "Dann muss ich à jour sein."

Die Pflegehelferinnen reichen mir ihre Weiterbildungs-Pässe für einen Eintrag. "Basale Stimulation, Notfallhilfe, Hygiene, Sturzprävention" - das Stichwort "Computer" fällt im Vergleich zu früheren Einträgen etwas aus der Reihe. "Mal etwas anderes", meint eine Frau, "mal was Modernes!

Eine Kursteilnehmerin erzählt mir, wie wichtig es für sie ist, hier in Ruhe mit dem Computer vertraut zu werden. "Im Heim muss ich jede Arbeitsminute ins Smartphone eintragen und gewisse Arbeitsgänge auch in der elektronischen Pflegedokumentation nachführen – das muss dann immer ganz schnell gehen."





Desktop, Scrollen, Caps lock: Der Kursleiter versucht, das Fachchinesisch mit Alltagssituationen zu vergleichen und so verständlich zu machen. Doch nicht alles ist so einfach umzusetzen. "Ich finds nicht" und "bei mir geht das nicht" - dringen Hilfeschreie ans Lehrerpult. Dann fällt nach langen Minuten konzentrierter Stille plötzlich ein lustiger Spruch und die ganze Klasse prustet los. Das tut gut, denke ich mir: Lachen öffnet die Türchen im Hirn.



Rechte Maustaste oder linke Maustaste klicken, Doppelklick, ein Fenster öffnen, zwei Fenster öffnen, überlappende Fenster öffnen. Die Feinmotorik spielt manch einer Kursteilnehmerin Streiche: Das Spiel mit der Maus will gelernt sein. Für die älteren Semester gilt: Üben, üben, üben.

Ich beginne in meinen Erinnerungen zu grübeln: Wann hab ich denn das alles eigentlich gelernt? Bilder von riesigen Kisten mit Lochkarten tauchen auf. Unglaublich, wie schnell sich diese Maschinen verändert haben - und was es uns kostet, mit der Entwicklung Schritt zu halten.

Eines haben Computer mit Maschine und Mensch gemeinsam. Will etwas nicht klappen, gibt der Lehrer  den bewährten Tipp: "Machen Sie doch einfach mal alle Fenster zu". "Aha - auch Computer können überlastet sein", stellt meine Banknachbarin fest. "Da sind wir Pflegehelferinnen ja wieder auf bekanntem Gebiet".

Die ungewohnte Materie fordert die Kursteilnehmerinnen. Doch trotz Müdigkeit kommen nach einigen Stunden die ersten freudigen Ausrufe: "Juhui, jetzt hab ichs begriffen" oder ein staunendes "Aha, so geht das!“ Zwischendurch weht ein optimistischer, fröhlicher Wind und manche Frau, die mit hoffnungslosem Gesicht startete, beginnt auf einmal zu strahlen.

Mehr zum Thema Pflegehelfer-/innen erfahren Sie in unserem Dossier 

Lernen Sie den Alltag einer Pflegehelferin kennen


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