Entdecke die Heldin oder den Helden in Dir!

Freitag, 24. August 2012

Jordanien: In der Fremde gestrandet


Das SRK will Flüchtlinge unterstützen, die vor der Gewalt in Syrien fliehen mussten. Um die Hilfsaktion vorzubereiten war Pascal Morf im Norden von Jordanien und hat Familien getroffen, die ihm von ihrer Flucht erzählt haben.














Amran empfängt mich auf einer dünnen Matratze vor einer leeren Wand. Sein Töchterchen leistet uns Gesellschaft. Doch seine Frau Rassad, die im achten Monat schwanger ist, will nicht aufs Foto.

Amran erzählt mir, dass er als Besitzer einer kleinen Glacé-Firma in der syrischen Stadt Homs ein bescheidenes, aber regelmässiges Einkommen hatte. Vor acht Monaten musste die Familie flüchten, weil das Haus von einer Bombe zerstört wurde – glücklicherweise, war gerade niemand daheim.



Die Familie hat in einem leer stehenden Gebäude in der jordanischen Stadt Irbid eine kleine Wohnung erhalten. Auch andere syrische Flüchtlinge leben hier. Zwei seiner Nachbarn kommen, um den Gast aus der Schweiz zu begrüssen (siehe Bild, ich bin der Zweite von rechts).


Miete müssen sie nicht bezahlen, aber die Nebenkosten strapazieren das Budget. Amrans Ersparnisse sind fast aufgebraucht. seine Frau musste schon ihren Schmuck verkaufen, um die Alltagskosten zu decken. Ohne Unterstützung werden sie ihren Lebensunterhalt bald nicht mehr bestreiten können.

In der Wohnung nebenan empfängt mich eine ältere Witwe.  Sie erzählt, dass sie vor fünf Monaten mit ansehen musste, wie vier ihrer Verwandten erschossen wurden.



Auch ihr Haus wurde zerstört und sie musste fliehen. In Irbid lebt sie unter anderem mit ihrer Tochter, die an einer Polioerkrankung leidet, und deren vierjährigem Sohn. Sie erzählen vom schwierigen Alltag in der Fremde. Vom fehlenden  Geld, um Lebensmittel und Medikamente zu kaufen. Auch die Ungewissheit belastet die Menschen.

Niemand weiss, wie lange der Konflikt andauert und wie es weitergeht. Diese Familien sind in der Lage sich selber zu helfen, wenn sie über die nötigen Mittel verfügen. Das SRK wird deshalb ein Cash Programm starten – Familien, die nachweislich nicht selber für ihren Unterhalt aufkommen können, sollen finanziell unterstützt werden.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen