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Montag, 24. September 2012

Rapper Greis: Im Altersheim abgeblitzt

Greis, einer der erfolgreichsten Schweizer Rapper, liess sich an der nationalen Fachtagung des SRK auf den Generationendialog ein. Er erklärt, warum er Greis heisst und wie er im Altersheim abblitzte.











Meine Teilnahme am Generationendialog, eine Art Showblock während der Nationalen Fachtagung des SRK in Bern, war ein dankbarer (und seltener) Auftrag. Denn bei einer Diskussion findet mehr Austausch statt als wenn ich auf der Bühne musiziere. Und ich sende nicht nur, sondern empfange auch und reagiere. Ich entwickle unvorbereitete Sätze. Ziemlich freestyle.


Für mich war auch gut, dass ich (34) mich vor dem Talk mit SP-Nationalrat Matthias Aebischer (45), Urs Frieden vom SRK (56) und der ehemaligen Politikerin Leni Robert (76) nicht gross vorbereiten musste. Denn wir konnten ja als Generationenvertreter einfach aus dem Leben erzählen, unsere Erlebnisse, unsere Empfindungen. Und das habe ich alles im Kopf, das muss ich nirgendwo nachschlagen. Dass ich zuerst nach dem Ursprung des Namens „Greis“ gefragt war, war ja klar. Die Erklärung ist einfach: Ich kam auf die Idee, als wir in der Schule den Pleonasmus durchnahmen und von weissen Schimmeln sprachen. Da wollte ich ein wenig mit dem Gegenteil provozieren. Ein junger Greis.


Das Generationen-Thema ist mir überhaupt nicht fremd. Nicht nur, weil ich mich als freischaffender Künstler schon jetzt mit der AHV herumschlagen muss… Früher habe ich das Alter(n) stark romantisiert. Mir kamen zum Beispiel im Dok-Film über ein Berner Altersheim, in dem auch eine Kinderkrippe angeschlossen ist, die Tränen. Aber mit dieser Romantisierung bin ich auch schon auf die Schnauze gefallen. Bei der Vernissage der Ausstellung „Sechsundsechzig“ in Liestal hielten sich die vorwiegend älteren Gäste die Ohren zu und schüttelten den Kopf. Als ich das Konzert vorzeitig stoppte und das letzte Stück ankündigte, stand eine Frau auf und rief: „Nei, es längt jetz!“ Ein Albtraum.


Trotzdem wollte ich einmal ernsthaft und freiwillig in einem Altersheim Dienst leisten. Ich rief bei einer solchen Institution an, und alles entwickelte sich gut, bis ich meinen Namen – Greis eben – nannte. Da dachte die Frau am Telefon an einen Scherz und sagte: „Okay, ich hänge jetzt auf.“ Danach habe ich es nie mehr probiert.

Der Generationendialog hat Spass gemacht. Das Publikum hat überraschend gut mitgemacht und mitgelacht. Ich komme jederzeit wieder an einen solchen Anlass. Und ich freue mich, in ein paar Jahrzehnten auch mal als Vertreter der älteren Generation dabei zu sein und zu schauen, wie stark ich meine Positionen verändert habe.




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1 Kommentar:

  1. wirklich generationenübergreifend informativ!
    beeindruckend diese erfahrungen die greis schon im umgang mit älteren leuten gemacht hat!

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