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Mittwoch, 20. Februar 2013

"Es ist unsere Pflicht, auch bei Gefahr zu helfen"


Innerhalb eines Jahres war Mali von Hunger, Krieg und einem Militärputsch betroffen. Mamadou Bassirou Traoré, Leiter Nothilfe des Malischen Roten Kreuzes, berichtet von den schwierigen, aber lebenswichtigen Einsätzen des Roten Kreuz im Norden des Landes.

Mamadou Bassirou Traoré,  Leiter  Nothilfe beim Malischen Roten Kreuz. 
© SRK, Sandra Aeschlimann


„Während des ganzen letzten Jahres war ich insgesamt nur einen Monat zuhause, bei meiner Familie in Bamako. Sonst war ich die ganze Zeit unterwegs, um die Nothilfe des Malischen Roten Kreuzes zu koordinieren. 

Eigentlich bin ich aus dem Süden des Landes, doch das vergangene Jahr verbrachte ich fast nur im krisengeschüttelten Norden. Nach der Besetzung von Timbuktu durch die Rebellen vor gut einem Jahr, wurden wir von vielen Rotkreuz-Freiwilligen aus dem Norden kontaktiert. Sie baten uns um Hilfe, denn die Situation war prekär. Wir beschlossen, einen humanitären Korridor zu bilden, um Hilfslieferungen in die isolierten Gebiete zu bringen.

© ICRC / T. Touré
Es war der schwierigste Auftrag, den ich je hatte. Das Kreuz in unserem Emblem war für die islamistischen Rebellen ein Teufelssymbol. Dies machte die Abklärungen vor Ort riskant. 

Doch das Malische Rote Kreuz hätte in den Augen der Bevölkerung jede Glaubwürdigkeit verloren, wenn wir uns während der Okkupation nicht engagiert hätten. Wir wollten unbedingt in dieser kritischen Zeit Hilfe leisten. Das ist unser humanitärer Auftrag, auch wenn es gefährlich ist.

© ICRC / T. Touré
Weil die Ernährungssicherheit im Norden von Mali sehr kritisch ist,  hilft das Rote Kreuz den notleidenden Menschen mit der Verteilung von Nahrungsmitteln. Wir geben ihnen Reis, Öl, Salz und Zucker, für die Kinder zudem proteinhaltiges Mehl. 

© ICRC / T. Touré
Für die meisten Menschen ist diese bescheidene Kost überlebenswichtig. Oft versuchen die Händler, bei denen wir einkaufen, schlechten und alten Reis zu liefern. Sie denken, wir würden die Qualität bei den Grosslieferungen nicht überprüfen. Doch wir machen bei jeder Lieferung Stichproben und weisen die Säcke zurück, die zwei bis drei Jahre alten, schlecht gelagerten Reis enthalten.  

© ICRC / T. Touré
Wir sind froh und dankbar, dass wir schon seit vielen Jahren mit dem Schweizerischen Roten Kreuz zusammenarbeiten und es auch jetzt, in dieser besonders schwierigen Zeit, ein verlässlicher Partner ist.“

Aufgezeichnet von Sandra Aeschlimann, Bamako

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