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Freitag, 8. März 2013

Wann ist jemand offiziell arm?

Die Geschenke der Aktion  «2 x Weihnachten» werden zur Zeit an Bedürftige verteilt. Während dem Sortieren im Logistikzentrum der schweizerischen Roten Kreuzes in Wabern hat Florence Schacher über die Situation derjenigen Personen nachgedacht, die in der Schweiz in den nächsten Wochen noch ein wenig Weihnachten feiern dürfen.













Ein Donnerstagabend im Januar. Ich sortiere die Geschenke, die das Schweizerische Rote Kreuz im Rahmen der Aktion 2x Weihnachten erhalten hat. Die grossen und kleinen Pakete  sind mit vielen nützlichen Dingen gefüllt. Durch meine Hände wandern: Teigwaren, Zucker, Mehl, Konservendosen, Shampoo, Seifen, Duschgel, Zahnpasta, Zahnbürsten, Blöcke, Kugelschreiber und Farbstifte, Tischservietten, Topflappen, Kerzen, Pflaster, Taschentücher und Vieles mehr.



Das Sortieren mit den Kolleginnen und Kollegen der verschiedenen Jugendrotkreuzorganisationen macht Spass - deshalb bin ich auch so gerne dabei. Doch je länger wir arbeiten, desto nachdenklicher werde ich. «2x Weihnachten» ruft mir in Erinnerung, dass es auch in der Schweiz arme Menschen gibt. Die Hälfte all der Geschenke wie Body-Lotion, Konserven, Kaffee und Süsses, die sich hier in Schachteln türmen, bleibt nämlich in der Schweiz und wird hier an bedürftige Menschen weitergegeben.



Armut in der Schweiz trägt ein anderes Gesicht als Armut beispielsweise in Afrika. Sie ist weniger gut sichtbar, jedoch ist sie für den Betroffenen dadurch nicht weniger leidvoll. In der Schweiz gibt es keine eng aneinandergereihten Siedlungen aus Wellblechhäusern, sogenannte Slums. Man sieht auch keine Kinder, die auf riesigen Müllhalden nach etwas Essbarem suchen.
Wann gilt also eigentlich jemand offiziell als arm, frage ich mich und konsultiere die Statistik des Beobachters.



Arm sein in der Schweiz bedeutet oft, vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen zu sein. Kinder armer Familien haben selten die Möglichkeit, einem Hobby nachzugehen, einen Film im Kino anzusehen oder ins Schwimmbad zu gehen. Und dies schlicht und einfach deshalb, weil das Geld für den Sportverein, das Schwimmbad oder den Kinoeintritt fehlt.
Ich ertappe mich dabei, dass die kleinen Münzen wie 10- oder 20-Rappenstücke für mich keinen wirklichen Wert mehr besitzen. Ohne dieses "Kleingeld" reicht es zwar nicht fürs Pausenbrötchen. Aber zuhause wartet ein Abendessen auf mich.


Auf wieviele Jungen und Mädchen in meinem Alter wartet kein Nachtessen? Und wieviele Mütter sind froh, wenn sich der Einkaufskorb für einmal sogar ganz umsonst füllt? Es muss aber auch gesagt werden, dass  sich viele verschiedene Organisationen dem Thema Armut angenommen haben und versuchen, diesen Menschen zu helfen - auch in der Schweiz. Dazu gehört auch die Aktion «2x Weihnachten» des Schweizerischen Roten Kreuzes. Ich bin nächstes Jahr wieder dabei.


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