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Montag, 15. April 2013

Wartezimmer in Südsudan

Der Luzerner Fotograf Fabian Biasio war unterwegs von Khartum im Norden nach Bentiu im Südsudan. Seine Bilder zum Alltag in Südsudan und den Projekten des Schweizerischen Roten Kreuzes sind zusammengestellt von SRK-Mitarbeiterin Sibylle Dickmann.




Seit Juli 2011 ist der Südsudan ein unabhängiges Land. Dies nach einem jahrzehntelangem Bürgerkrieg mit unzähligen Toten, Verletzten, Vermissten. Millionen von Menschen sind Flüchtlinge im eigenen Land. Dörfer sind abgebrannt, das Gesundheitswesen weitgehend zerstört.




Eine alte Gesundheitsstation im Unity State (Südsudan). Geduldig sitzen die Patientinnen und Patienten im „Wartezimmer“, einer Wand aus dürren Ästen, die notdürftig etwas Schatten spendet, und warten auf die Untersuchung. Die runde, strohgedeckte Lehmhütte ist im traditionellen Stil als “Tukul“ gebaut und hat keinerlei sanitäre Anlagen.


Hebamme Elisabeth untersucht eine Patientin im spärlich ausgerüsteten Gesundheitsposten. Gesundheit ist für die notleidenden Menschen im Südsudan das wertvollste Gut. Der Aufbau einer funktionierenden Gesundheitsversorgung ist deshalb eine Investition, die sich lohnt.

In den vergangenen zwei Jahren hat das SRK sechs Gesundheitszentren erstellt, die sauberes Trinkwasser aus einem Bohrloch beziehen und zwei Latrinen besitzen – eine ungewohnte Situation für die meisten Patientinnen und Patienten der neuen Gesundheitszentren. Denn ihr Badezimmer, ihre Küche und ihr Wäscheraum sieht so aus.


80 Prozent der Menschen in dieser Region haben keinen Zugang zu irgendeiner Form von sicherem Trinkwasser oder sanitären Anlagen. Eine Folge davon ist die Verunreinigung des Wassers mit Keimen, die Durchfallerkrankungen hervorrufen.


Diese Infektionen breiten sich vor allem während der Regenzeit rasend schnell aus. Für ältere und geschwächte Menschen sowie für jedes fünfte Kleinkind bedeutet der Durchfall ohne Medikamente den sicheren Tod.

Die SRK-HIilfe im Südsudan ist Teil unseres langjährigen Engagements
für die Opfer vergessener Katastrophen.

Auch die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften IFRC macht dieses Jahr mit ihrer Kampagne silent disasters auf das Schicksal derjenigen aufmerksam, deren Stimme sonst ungehört verhallt.










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