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Dienstag, 21. Mai 2013

Tibet – wenn über Nacht der Schnee kommt

In der Abgeschiedenheit von Tibet setzt sich das Schweizerische Rote Kreuz für bessere Hygiene und Gesundheit ein. Wie das konkret geschieht, erzählt unser Delegierter Dicken Higgins mit einem kleinen Einblick in seinen Alltag.


Wir sind unterwegs in den Distrikt Phusum Xiang, wo das Schweizerische Rote Kreuz 2013 neu mit der Umsetzung eines Gesundheits- und Hygieneprogrammes beginnt. Wie so häufig ist die Strasse nicht besonders gut.


Willkommen in der Wildnis von Phusum Xiang und seinem Hauptort – dem Dorf Koktso. Wir befinden uns auf 4300 Metern über Meer, das Dorf hat 283 Einwohner, eine Schule mit 180 Kindern aus sieben umliegenden Dörfern, eine kleine Klinik und ein Verwaltungszentrum mit Polizeiposten.


In den zwei Tagen, die wir hier verbringen, wollen wir die Dorfbewohner detailliert über die geplanten Verbesserungen informieren. Gemeinsam mit ihnen wollen wir die wichtigsten Probleme benennen und die nächsten Schritte planen. Wir erstellen gemeinsam eine Karte des Dorfes, auf der alle Häuser, alle wichtigen Gebäude und alle Verkehrswege eingetragen sind.


Danach lassen wir die Dorfbewohner aus ihrem Kreis ein Gesundheitskomitee bestimmen. Dieses soll sich in Zukunft um die die auftretenden Fragen in Sachen Hygiene und Gesundheit kümmern. In drei Gruppen gehen wir im Dorf auf Rundgänge, um die Situation besser einschätzen zu können.


Speziell achten wir darauf, wie die Häuser mit Wasser versorgt werden, und wohin die Abwasser fliessen. Aber auch der Verschmutzung der Umwelt mit Abfall kommen wir auf die Spur.


Das Programm dieses ersten Tages hat uns schon ziemlich müde gemacht, obwohl wir an die grosse Höhe gewöhnt sind. Als wir am zweiten Morgen aufwachen, hält das unvorhersehbare tibetische Wetter eine Überraschung für uns bereit: alles ist weiss und schneebedeckt! Damit haben wir im Mai nicht mehr gerechnet - auch auf 4300 Metern nicht.


Ein Morgen wie aus dem Bilderbuch. Zum Glück haben wir für heute keine Reise geplant und bleiben für weitere Versammlungen und Diskussionen im Dorf. Doch der weisse Traum schmilzt schnell. Am Morgen danach ist alles wieder normal und wir reisen bei strahlend blauem Himmel und überwältigender Aussicht zurück nach Shigatse, wo unser Büro ist.


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