Entdecke die Heldin oder den Helden in Dir!

Donnerstag, 25. Juli 2013

Stutenmilch – gesünder als Champagner

In Kirgistan hat das SRK  in den letzten Jahren den Aufbau der Gesundheitsversorgung in den Dörfern unterstützt. Freiwillige erreichen selbst die Hirten, die im Sommer in den Jurten auf den Alpen leben. Beim Besuch gibt’s vergorene Stutenmilch.

Foto SRK Fabian Biasio

Willkommen auf der Alp Saralasei. Diese liegt trotz des Klanges nicht etwa im Bündnerland, sondern im Norden Kirgistans, auf 3‘600 M über Meer. Die Bilder, die wir von Zentralasien im Kopf haben, werden in der Natur an Schönheit noch bei weitem übertroffen. Schneebedeckte Gebirge, ein blauer weiter Himmel, satt-grüne Wiesen, auf denen Pferde und Schafe weiden. Hin und wieder erscheint in der Weite der Landschaft als heller Tupfer eine runde Jurte. Hier ist die Hirtenfamilie  von Wind und Wetter geschützt.

Foto SRK K. Schuler
Wir treffen am späteren Nachmittag gerade zur Melkzeit auf der Alp Saralasei ein. Das Dutzend Pferdestuten wird von Munara  im Freien gemolken. „Ich melke sie fünf Mal im Tag, dies ergibt insgesamt sechs Liter Milch“, erklärt uns die Hirtin. Unterstützt wird sie dabei von ihrer 12-jährigen Tochter Klara. Die beiden kleineren Buben Bajeh und Daniel treiben unterdessen die Schafe zusammen. Diese werden heute vom Veterinär Mairambek, den wir begleiten, gegen die Brucellose geimpft. Diese bakterielle Erkrankung kann auf den Menschen übertragen werden und die Impfung bildet Teil der Kampagne zur Gesundheitsvorsorge.  

Foto SRK Fabian Biasio

Foto SRK Fabian Biasio
Dann lädt uns die Hirtenfamilie in die Jurte ein, wo wir uns im Kreis auf den mit einem Teppich belegten Boden setzen. Die gemütliche Atmosphäre erinnert mich an die Alphütte meiner Jugendzeit auf Urnerboden. Die Hirtenfrau Murana bietet uns Kumys, vergorene Stutenmilch, an. Es ist als Nationalgetränk verbreitet und beliebt. Ich bin etwas skeptisch und froh, dass mein Kollege den ersten Versuch  wagt. Und mich ermuntert mit dem Urteil: „Schmeckt fast wie Champagner oder Prosecco“. Tatsächlich hat der säuerlich-prickelnde Geschmack eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Edelgetränk. Der Nachgeschmack hingegen ist dann so gewöhnungsbedürftig, dass ich es nach dem zweiten Schluck aufgebe.

Foto SRK K. Schuler
Nun erfahre ich von Wikipedia, Stutenmilch enthalte fast ebenso viele gesunde Elemente wie die Muttermilch. Sie sei nicht nur erfrischend, sondern vor allem auch entzündungshemmend und stärke das Immunsystem. Mit so viel positiven Eigenschaften  vermag es die beste Champagnermarke nicht aufzunehmen. Deshalb ein grosses Prost auf unsere gastfreundliche kirgisische Hirtenfamilie!


Karl Schuler   

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen