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Donnerstag, 29. August 2013

Belsins neues Leben nach dem Sturm

Belsin Castellón lebt in Concepcíon Maria, Honduras. Ein Tropensturm hatte ihrer Familie Haus und Hof am Fluss genommen. Heute steht ihr Haus landeinwärts neben einer Baumschule, damit die Hänge nicht wieder rutschen. 


Katharina Schindler hat 
Belsins Geschichte aufgezeichnet








Ich kann nicht klagen. Wir haben es gut hier. Ja, wir hatten grosses Glück, dass wir dieses Land bekamen. Als vor acht Jahren der Tropensturm Gamma über die Gegend fegte, da lebte ich mit meiner Familie fünf Kilometer weiter weg, unten am Fluss. Das Wasser kam auf einmal hoch und riss alles mit. Wie viele andere auch haben wir alles verloren: das Haus, das Vieh und zuerst auch ein wenig den Mut. Zwei Tage lang kämpften wir ums Überleben.


Wir sassen als einzige des Dorfes auf der anderen Seite des Flusses fest und waren abgeschnitten von der Umwelt. Doch dann konnten wir uns mit Hilfe von Baumstämmen doch noch ans andere Ufer retten.

Mein Schwager stellte uns das Land hier zur Verfügung. Wir waren sehr froh. 56 Menschen in 14 Häusern leben nun auf diesem Grundstück. Wir konnten als Dorf zusammen bleiben, das ist ein Vorteil. Wir erhielten auch Hilfe beim Wiederaufbau.

Unterdessen hat uns das Rote Kreuz gezeigt, wie wir uns vor kommenden Katastrophen besser schützen können. Wir bepflanzen die Hänge, damit sie nicht ins Rutschen geraten. Die Baumschule ist gleich neben meinem Haus.


Natürlich haben wir auch nicht wieder so nahe am Fluss gebaut. Das wäre viel zu gefährlich. Schliesslich erhielten wir vom Roten Kreuz auch einen Herd, der nur die Hälfte des Holzes braucht. Dadurch können wir besser Sorge tragen zu den Bäumen.


Trotzdem: Ich denke viel an früher. Es war schöner und ruhiger dort wo wir damals wohnten. Hier leben wir direkt an einer Durchgangsstrasse. Es ist sehr lärmig. Die Lastwagen kämpfen sich den Hang hinauf, sie stinken und hinterlassen grosse Staubwolken.


Das stört mich und die Familien müssen aufpassen, dass die kleinen Kinder nicht überfahren werden. Umgekehrt kann es auch praktisch sein, so nahe an der Strasse zu wohnen.Wir haben 12 Kühe und zwei Kinder. Mein Sohn Javier ist 13, Daniela ist 11-jährig.


Das Weideland für die Kühe und auch die Mais- und Bohnenfelder sind immer noch dort, wo wir früher lebten. Man muss mehr als zwei Stunden laufen, um dort hinzukommen. Das Gelände ist steil und unwegsam. Das Dorf besitzt aber auch Kaffeeplantagen, die sind noch viel weiter weg.


Schauen sie, die Männer machen sich bereit. Sie werden acht Stunden mit den Pferden unterwegs sein, bis sie bei den Plantagen sind. Dort bleiben sie dann eine ganze Woche bevor sie zurückkommen. Ich hoffe, dass alles gut geht.


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