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Mittwoch, 21. August 2013

"Vermisse Dich" und "Happy End"


Sophie Meier erzählt eine der vielen Begegnungen während ihres Praktikums beim Suchdienst. Die Geschichte ist wahr, zum Schutze der Beteiligten verzichten wir jedoch auf Namen und Bilder von ihnen.







Während meinem sechsmonatigen Praktikum beim Suchdienst des SRK erlebte ich ganz unterschiedlichste Geschichten. Viele der Suchen, die wir begleiten, dauern lange und sind in manchen Fällen auch nicht erfolgreich. Eine Suche ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben, denn sie mündete in ein Happy End. 

Tibetische Frauen diskutieren Familienplanung vor dem Rotkreuzzelt.

Uns erreichte eine Suchanfrage einer jungen tibetischen Frau, die sich  in einem Asylzentrum des Schweizerischen Roten Kreuzes im Kanton Uri aufhielt. Sie war auf der Suche nach ihrem tibetischen Verlobten, der sich von einem Tag auf den anderen in Sicherheit bringen musste. Es blieb ihm keine Zeit mehr, seiner Verlobten eine Nachricht zu hinterlassen.


Asyl Suchende helfen beim Bau einer Kneippanlage am Ufer des Urnersees.

Die junge Frau floh wenig später auch aus dem Land und kam in die Schweiz. Andere tibetische Flüchtlinge in der Schweiz liessen sie hoffen - ihr Verlobter halte sich möglicherweise ebenfalls in der Schweiz auf, erzählten diese. Daraufhin besprach sie ihr Anliegen mit ihrer Betreuerin im Asylzentrum des SRK, welche mit ihr zusammen einen Suchantrag ausfüllte und diesen an uns weiterleitete.

In diesen unwegsamen Bergregionen Tibets ist auch das SRK unterwegs.

Als diese Anfrage den Suchdienst des SRK erreichte, konnten wir relativ schnell den Aufenthaltsort des Verlobten ausfindig machen. Er befand sich nur wenige, gut erschlossene Bahnkilometer entfernt - und zwar  ebenfalls in einem Asylzentrum im Kanton Zürich. Welche Erleichterung für die junge Frau.
Wir schickten ihm einen Brief, mit der Bitte uns zu kontaktieren, was er umgehend tat.  Dank der tatkräftigen Unterstützung einer freiwilligen Übersetzerin konnten wir schnell bestätigen, dass es sich um die richtige Person handelte.  Als wir ihm die Adresse seiner Verlobten angeben konnten, setzte er sich sofort in den Zug um seine Liebste in die Arme zu schliessen.
Kurz daraufhin haben sie sich dank Unterstützung seitens der Mitarbeitenden im Asylzentrum beim Zivilstandsamt angemeldet, um zu heiraten.


Das Paar hat die Trennung gut überstanden und wird glücklich Hochzeit feiern.

Wäre doch bei all unseren Suchbemühungen solche «happy ends» möglich!

1 Kommentar:

  1. Diese Geschichte rührte mich unglaublich. Vielen Dank und viel Erfolg weiterhin.

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