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Montag, 23. September 2013

Nach der Flucht aus Syrien: Wie weiter?

Die Gewalt in Syrien zwingt Millionen von Menschen, in die Nachbarsländer zu fliehen. Nach ihrer Flucht stehen die Familien an einem fremden Ort vor dem Nichts. So wie Mohammad Khoulani (44), der seit Januar 2013 mit seiner Frau und acht Kindern in Jordanien lebt. Das SRK lindert das Leid der Familie etwas, indem es sie finanziell unterstützt.

Isabel Rutschmann
hat die Familie Khoulani
in Jordanien besucht.











Stellen Sie sich vor, Sie müssten von einer Minute auf die andere mit nichts anderem als den Kleidern am Leib Ihr Haus, Ihren Wohnort, Ihr Heimatland verlassen. Freunde, Verwandte, Arbeitsplatz, Schule – Sie müssten die ganze vertraute Umgebung hinter sich lassen und an einem fremden Ort in einer dürftigen Unterkunft ein neues Leben anfangen.

Sie wüssten nicht, was mit Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung passiert, ob alles zerstört oder geplündert wird in Ihrer Abwesenheit. Und Sie hätten keine Ahnung, ob Sie je wieder nach Hause kehren können, geschweige denn, wie Sie Ihr Leben in der Fremde bewältigen sollen. Ein beängstigender Gedanke, den man lieber nicht zu nahe an sich heranlässt.

Mohammad Khoulani mit seiner Frau und drei seiner acht Kinder.
Für viele Menschen in Syrien ist aber genau dieses Szenario Realität geworden. Der Bürgerkrieg zwingt sie dazu, ihre Heimat oftmals Hals über Kopf zu verlassen und in Nachbarländern Zuflucht zu suchen. Eine dieser Familien ist die zehnköpfige Familie Khoulani aus Daraya, einem Vorort der Hauptstadt Damaskus. Khoulanis leben jetzt in Jerash, im Norden von Jordanien.

Wie möchten Sie am liebsten unterstützt werden in einer solchen Situation?


Das SRK hat sich entschieden, Flüchtlingsfamilien in Jordanien, die in ihrer Heimat ein selbstbestimmtes Leben geführt haben, mit einem finanziellen Beitrag an den Lebensunterhalt zu unterstützen. So können sie weiterhin Selbstverantwortung tragen und das Geld für Miete, Nahrungsmittel oder sonstige Güter des täglichen Bedarfs einsetzen.

Die Familien bekommen ein Bankkonto, auf das vom SRK jeden Monat rund 220 Franken einbezahlt werden, und dazu eine Bankkarte, mit der jeweils der Betrag abgehoben werden kann, der gerade benötigt wird. 


Mohammad Khoulani war vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien ein erfolgreicher Geschäftsmann. Der eigene Betrieb für Innenarchitektur lief gut. Er hatte ein schönes Haus, ein geregeltes Leben, gesunde, fröhliche Kinder und bereits drei Grosskinder. Die Unterstützung des SRK bedeutet ihm sehr viel: «Der finanzielle Beitrag des SRK ist für mich eine grosse Erleichterung. Nach unserer Flucht habe ich alles versucht, um selber für den Lebensunterhalt für meine Familie aufzukommen. Leider erfolglos. Darum bin ich sehr dankbar für diese Unterstützung. Zu wissen, dass ich jeden Monat die Miete bezahlen und die Familie ernähren kann, nimmt mir eine grosse Last von den Schultern.»

SRK erhöht Hilfe für syrische Flüchtlinge

So hilft das SRK in Jordanien

Bericht der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften:

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