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Montag, 28. Oktober 2013

Syrien: Freiwillige Lebensretter im Einsatz.


Der Krieg in Syrien ist brutal. Jeden Tag fallen ihm Zivilisten zum Opfer. Und jeden Tag sind Freiwillige im Einsatz, der Zivilbevölkerung zu helfen - oft unter Lebensgefahr. Freiwillige wie Majd, Yamen und Shareef.



Von Vivian Tou’meh, Syrisch-Arabischer Roter Halbmond
Alle Bilder Ibrahim Malla, IFRC

In der Notfallzentrale für die ländlichen Aussenbezirke von Damaskus wimmelt es von Menschen in roten Overalls mit dem Emblem des Syrisch-Arabischen Roten Halbmonds. Sie alle sind ausgebildete Freiwillige. Einige nehmen Anrufe entgegen, andere lassen sich am Computer die Strassen anzeigen, die bei Notfalleinsätzen passierbar sind, andere machen Pause.

Notrufzentrale Jaramana: Majd Nasr diskutiert mit seinem Kollegen einen Einsatz.
Wir begegnen Ersthelfern, die sich für ihr Land einsetzen, um Leben zu retten – tagtäglich rund um die Uhr. Sie rücken bei jedem Notruf aus der ländlichen Umgebung von Damaskus aus.

Eine unmissverständliche Botschaft: die Schutzzeichen respektieren


Yamen Dawarah stiess vor drei Jahren zum Syrisch-Arabischen Roten Halbmond. Als er im Juli in Jaramana mit einer Ambulanz Verletzte ins Spital fuhr, wurde er bei einer Explosion am Bein verletzt.


Freiwillige organisieren ihren Einsatz nach einer Explosion in Jaramana.

Trotzdem denkt er nicht daran aufzuhören. «Für mich ist klar, dass ich mich weiter für die Menschen engagieren werde. Denn wer soll ihnen helfen, wenn nicht wir es tun? Vor allem angesichts der schwierigen Umstände, unter denen das syrische Volk Tag für Tag lebt.»
«Wir leisten humanitäre Arbeit und meine Familie bestärkt mich durchzuhalten. Sie ist stolz auf mein Engagement.»


Ein Ambulanzfahrzeug wird vorbereitet.

Yamen hat eine klare Botschaft: «Wir, die Freiwilligen vom Syrisch-Arabischen Roten Halbmond, bitten unsere Landsleute um Verständnis und Unterstützung für unsere humanitäre Arbeit. Und wir bitten sie, die Schutzzeichen zu respektieren.»


Auch Shareef al-Masri setzt seit zwei Jahren als Freiwilliger für den Syrisch-Arabischen Roten Halbmond ein. Nach einer Einführung in die Erste Hilfe hat er auch einen Vertiefungskurs absolviert. Er betont die positiven Auswirkungen der Freiwilligenarbeit für die Gemeinschaft und für ihn selbst.

Stress, Anspannung, Angst: Eine Portion Tischtennis hilft.

«Wir müssen diese Arbeit weiterführen und unser Bestes geben», erklärt er. «Manchmal reicht das Lächeln eines Kindes, um die Müdigkeit eines ganzen Tages zu vergessen.»

Mehr als guter Wille


Majd Nasr arbeitet seit acht Jahren als Freiwilliger für den Syrisch-Arabischen Roten Halbmond. Seit zweieinhalb Jahren engagiert er sich im Erste-Hilfe-Team, das die Sektion für die ländlichen Aussenbezirke von Damaskus kurz zuvor aufgebaut hat.
Seine Motivation begründet er so: «Wir müssen auf Abruf bereitstehen, um Menschen in Not zu helfen und die neuen Freiwilligen zu unterstützen. Die Freiwilligen, die der Syrisch-Arabische Rote Halbmond ausgebildet hat, verfügen über wertvolles Know-how. Sie müssen im Land bleiben und den Nachwuchs schulen.»


Gemeinsames Essen nach getaner Arbeit.
«Ich habe mich für Freiwilligenarbeit entschieden. Sie ist mein höchstes Lebensziel und ich kann sie jetzt nicht aufgeben. In der syrischen Gesellschaft war Freiwilligenarbeit nicht immer präsent. Das Pendel bewegte sich stets zwischen Ablehnung und Akzeptanz.»
Doch nun ist alles anders. Seit Beginn der Krise besteht eine verstärkte Bereitschaft zu Freiwilligenarbeit und humanitärem Engagement. Junge Menschen wie Yamen, Majd und Shareef sind der lebende Beweis dafür. Und es besteht nicht nur der gute Wille, sondern eine echte Bereitschaft, konkret etwas zu tun.


Trotz dem Schutzemblem sind 22 Freiwilligebereits umgekommen, viele weitere verletzt, entführt oder verhaftet. Helft mit, die syrischen Freiwillligen bei ihren Einsätzen zu schützen und unterstützt den weltweiten Aufruf der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung auf Thunderclap:

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