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Mittwoch, 13. November 2013

Taifun Haiyan: Die Hilfe des SRK ist unterwegs

Beatrice Weber ist Leiterin der Abteilung Not- und Katastrophenhilfe des schweizerischen Roten Kreuzes und verantwortlich für die Einsätze des SRK auf den Philippinen. Sie gibt einen Einblick in die konkrete Arbeit der Nothelfer.









Beatrice Weber, die Bilder in den Medien sind erschütternd, warum dauert es so lange, bis Hilfe bei den Betroffenen ankommt?

Am liebsten würden wir alle grad in den Gummistiefeln losstürzen - aber wir dürfen nicht vergessen: Unser Partner sind schon seit Stunde 1 vor Ort. Das philippinische Rote Kreuz war schon im Einsatz, bevor der Taifun auf Land traf. Unsere Kollegen evakuieren und helfen schon seit Tagen.

Humanitärer Konvoi des Philippinischen Roten Kreuzes unterwegs in Richtung Leyte.
© Philippine redcross
Unsere Schwesterorganisation fährt zurzeit vier Hilfsoperationen gleichzeitig: Die jetzige Katastrophe, der Taifun Bopha im letzten Winter, die Überschwemmungen im Sommer und das grosse Erdbeben vor einem Monat, das genau die Region traf, die jetzt vom Taifun so verwüstet wurde. Unsere Kollegen sind zwar Profis, aber viele von ihnen sind gleichzeitig auch Opfer.

Umso dringender ist da die internationale Hilfe?

Wir müssen uns in Geduld fassen. Allein die Rotkreuzbewegung umfasst 189 Länder, die potenziell helfen wollen – das ist ein riesiger Koordinationsaufwand. Zuerst müssen wir wissen: wer braucht was, wer bringt was wohin und vor allem - auf welchem Weg. Es macht einfach keinen Sinn, wenn wir alle das Gleiche schicken.

Das klingt vernünftig, wie schwierig ist es, das auszuhalten? 

Die Situation nimmt uns alle mit. Stellen Sie sich vor: Strassen und Brücken sind zerstört, ebenso Landepisten oder Hafenanlagen - dies in einem Land, das aus 7000 Inseln besteht. Wir haben Flugbilder von verwüsteten Regionen erhalten, die noch niemand erreichen konnte. Unter diesen Umständen müssen wir Tausende von Tonnen transportieren - Hilfsgüter und Trinkwasser kann man nun mal nicht Facebook posten.

Freiwillige verteilen Trinkwasser und Nahrungsmittel im Norden Cebus © Jarkko Mikkonen/Finnish Red Cross
Wenn eine Katastrophe geschieht, möchten viele Menschen helfen und spenden deshalb Geld. Warum brauchen wir das so dringend?

Im Notfall braucht es sofort viel Geld: Wir lagern an verschiedenen Orten der Welt Hilfsgüter – so auch in Malaysia. Darum können wir auch Zelte, Haushaltsgerät und Werkzeug senden. Wo das möglich ist, kaufen wir regional Güter ein. Damit können wir auch die Wirtschaft in den weniger betroffenen Landesteilen unterstützen. Für die unmittelbare Hilfe hat das SRK gestern eine Million Franken bereitgestellt. Solche Summen stehen nur deshalb so schnell zur Verfügung, weil es Menschen gibt, die so grosszügig spenden.


Freiwillige verteilen Familien-Kits des SRK nach dem Taifun Bopha im vergangenen Dezember. © SRK, Carlos Ortega

Das SRK ist ein kleines, aber nicht unwichtiges Rädchen der ganzen Hilfsgemeinschaft, was tragen wir konkret bei? 

Wir sind international bekannt und anerkannt für unsere Kompetenzen im Bereich Logistik. Einer unserer Projektverantwortlichen konnte noch am Sonntag ausreisen, ein Logistiker folgte am Dienstag. Unser sechsköpfiges Logistik-Team steht auf Abruf bereit. Wir werden später sehen, wo es uns noch braucht.
In der Zusammenarbeit mit der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung erlebe ich immer wieder eines: jedes Team tut, was es kann. Im Moment gehört meine Bewunderung den Kolleginnen und Kollegen vom Philippinischen Roten Kreuz, die einen hervorragenden Job machen. Ich bin stolz, wenn wir sie dabei gut unterstützen können.

Unzählige Freiwillige klopfen an die Tür der philippinischen Rotkreuzstationen. Hier werden Güter für Familien in Visayas. gepackt. © Philippine redcross.
Interview: SRK, Sibylle Dickmann



Interview mit Beatrice Weber und Logistiker Thomas Büeler vor seiner Abreise auf die Philippinen. Schweiz Aktuell 12. 11.2013




SRK-News-Chonologie

Nach dem Taifun Bopha: SRK- Mitarbeiter Carlos Ortega erzählt

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